Tage wie im Bilderbuch

Atemberaubende Landschaften, ein Krankenhausaufenthalt, kulinarische Genüsse, ein Auffahrunfall, interessante Menschen: unsere Reise mit dem Auto quer durch Südafrika hatte wirklich von allem was zu bieten.

Südafrika ist immer eine Reise wert. Klingt abgedroschen, ist aber so. Und so war ich mit meinem Mann schon einige Mal in dem beindruckenden Land zu Gast. Zumeist in der Kap-Region. Diesmal aber sollte es ein Roadtrip von Pretoria über Durban bis Kapstadt werden, mit kleinen Schlenkern gut 2.500 Kilometer.

Bleibender Eindruck

Regierungssitz Pretoria wirft sich im südafrikanischen Frühling – also dann, wenn es bei uns der November-Blues herrscht – in ein violettes Kleid. Die Jacaranda-Blüte begeistert nicht nur die Touristen. Auch die Einheimischen lieben diese Jahreszeit. Unser Glückgefühl wird durch einen ordentlich Rumms allerdings jäh unterbrochen. An der Kreuzung ist uns ein junger Mann aufgefahren. Versicherungspflicht herrscht in Südafrika nicht, der Unfallverursacher macht sich alsbald aus dem Staub. Im Polizeirevier gibt es einen mitfühlenden Blick und einen Stempel für unsere Mietwagenfirma. Abgehakt, war ja nur Blech.

In Südafrika herrscht Linksverkehr, ergo ist das Lenkrad rechts.

350.000 Euro – Meerblick inklusive

Weiter geht’s nach Durban. Im Freizeitpark „uShaka Marine World“ ist ordentlich was los. Familien, Jungverliebte und rüstige Senioren nutzen den eigens für die landesweiten Lokalwahlen ausgerufenen Nationalfeiertag, um sich eines der größten Aquarien der Welt anzusehen. Am Abend erzählt uns der schweizer Gastgeber unserer Unterkunft, warum an so vielen Unterkünften „Zu-Verkaufen-Schilder“ hängen. Corona hat den Hoteliers schwer zugesetzt. Ein Guesthaus mit drei Schlafzimmern und Blick aufs Meer gibt es für 350.000 Euro.

Im „uShaka Marine World“-Aquarium in Durban gibt es jede Menge Meeresbewohner zu bestaunen.

Achtung: Kühe queren

Es heißt, Südafrika ist nicht Afrika. Besonders die Kap-Region mutet recht europäisch an. Auf unserer Fahrt durch die Transkei erahnen wir jedoch, wie der Rest des Kontinents aussehen mag. In der ehemals autonomen Region gibt es wenig kapholländische Architektur, sondern Rundhäuser der dort lebenden Xhosa. Kühe und Schafe queren die Straße.

In der Hout Bay verkaufen die Fischer ihren Fang direkt vom Boot herunter.

Blinken statt wischen

Von East London fahren wir an der Küste an traumhaften Stränden entlang. Inzwischen habe ich auch gelernt, im rechtslenkenden Toyota Blinker und Scheibenwischer nicht ständig zu verwechseln. Im Guesthouse in Jeffreys Bay begrüßt uns Moses. Er stammt aus Simbabwe, wie viele, die in Südafrika arbeiten. Moses empfiehlt uns den Besuch von „Bird’s of Eden“, der weltweit größten Freiflug-Voliere in der Nähe der Plettenberg Bay am Westkap. Sie liegt auf unserem Weg nach Mossels Bay. Der Balkon unseres Hotels liegt so nahe am Meer, dass die Gischt heraufspritzt. Wahnsinn.

Die Guesthouses im kapholländischen Stil sind ein Traum.
In „Bird’s of Eden“ sind die Vögel zutraulich.
In Mossle Bay liegt unser Hotel direkt am Meer.

Not every urgency is an emergency

Eine Kolik zwingt mich tags drauf ins örtliche Krankenhaus. Das Plakat im Warteraum beschreibt, dass echte Notfälle nur Schuss- oder Schnittverletzungen, Herzinfarkt und Schlaganfall sind. Ich fühle mich sofort besser. Eine Infusion später kann die Reise weitergehen. In Hout Bay angekommen, bewegen wir uns wieder auf uns bekanntem Terrain. Die Fischer verkaufen gerade ihren Fang direkt von den an Land gezogenen Booten herunter. Im Weingut Groot Constantia, ein paar Kilometer weiter im Landesinnern, erfahren wir allerhand über die Winzerei. Der krönende Abschluss dieses Tages ist ein fazinobles Essen im Restaurant Tokara mit Blick über die Weinhänge von Stellenbosch.

Die ganze Welt in einer Stadt

In Kapstadt endet schließlich unser Roadtrip. Nicht umsonst gilt sie als eine der schönsten Städte der Welt. Sie zu beschreiben, würde ein ganzes Heft füllen. Deshalb mein Tipp: Einfach mal selbst in die berauschende Atmosphäre dieser multikulturellen Metropole abtauchen.

Einmal den Chapman's Peak Drive entlang fahren. Auf der spektakulären Küstenstraße wurden schon unzählige Werbefilme für Autos gedreht.
Blick auf den Tafelberg.
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