Immer schön cool bleiben. Das Thermometer zeigt, dass die Klimaanlage funktioniert.

Klimaservice: Damit es im Auto
immer schön cool bleibt

Damit die Klimaanlage an heißen Tagen ordentlich arbeitet, verlangt sie ab und zu nach etwas Aufmerksamkeit. Alle zwei bis drei Jahre freut sie sich über einen Klimaservice in der Fachwerkstatt.

Ein bisschen Schwund ist bekanntlich immer. „Beim Kältemittel in der Autoklimaanlage liegt der bei rund zehn Prozent pro Jahr“, weiß Kfz-Meister Martin Wolf. Im Autohaus in Stuttgart-Rohracker kümmert sich der Chef persönlich um die Klimawartung unseres Fiat 500. Der knallrote Hüpfer ist fast sechs Jahre alt und hat noch nie ein Servicegerät gesehen. Es war also allerhöchste Zeit für einen Besuch in einer Kfz-Werkstatt.

Wartung: Damit die Klimaanlage immer schön cool bleibt
Kfz-Meister Martin Wolf kümmert sich um die Klimawartung bei unserem Fiat 500.

Frühjahr: Zeit für einen Klimaservice

450 Gramm Kältemittel müssten sich in der Klimaanlage befinden. Martin Wolf sucht den Wert aus einer Tabelle in seiner Datenbank heraus. Denn den Aufkleber mit der wichtigen Info im Motorraum hat sich Fiat gespart. Martin Wolf betreibt Werkstatt samt Autohaus in dritter Generation. Die Klimaservices haben zuletzt stark zugenommen, da heutzutage viele Autos eine Klimaanlage haben. 200 bis 250 pro Jahr stehen in seinem Terminkalender. „Im Frühjahr machen wir eigentlich den ganzen Tag nichts anderes.“

Wartung: Damit die Klimaanlage immer schön cool bleibt
Für die Prüfung schließt Martin Wolf zwei Schläuche an den Klimakreislauf an.

Klimaservice-Gerät arbeitet selbstständig

Martin Wolf fährt sein Servicegerät heran. Für die Prüfung werden zwei Schläuche an den Klimaanlagenkreislauf angeschlossen – ­ einer an der Niederdruck- und einer an der Hochdruck-Seite. Der Druckmesser zeigt ein ausgeglichenes Ergebnis an. Um jedoch festzustellen, ob noch genug Kältemittel in der Anlage ist, muss es abgepumpt und gewogen werden. Wolf gibt das Sollgewicht ein, drückt auf den Startknopf, und das Servicegerät spult sein Wartungsprogramm ab.

Verschleiß bei Stillstand

Jetzt hat der Kfz-Meister Zeit, ein wenig aus seinem Werkstattalltag zu plaudern. „Eine Klimaanlage gehört zu den wenigen Dingen, die verschleißen, wenn sie nicht laufen“, erklärt Martin Wolf. Selbst im Winter sollte sie hin und wieder für kurze Zeit eingeschaltet werden. Auch wenn sie sich bei einer Außentemperatur von fünf Grad Celsius oder weniger schnell wieder abschaltet – der Klima-Kreislauf kommt in Schwung. Gegen beschlagene Scheiben hilft sie außerdem.

Kfz-Meister Martin Wolf rät: „Die Klimaanlage auch im Winter immer mal wieder kurz einschalten.“
Kfz-Meister Martin Wolf rät: „Die Klimaanlage auch im Winter immer mal wieder kurz einschalten.“

Kältemittel diffundiert

Neben dem Kältemittel befindet in der Anlage auch Öl. Deshalb ist es wichtig, dass das ganze Gemisch regelmäßig zirkuliert. Wenn der Kompressor nicht ordentlich geschmiert wird, frisst sich der Kolben fest­ – analog zum Automotor. Während die Batterie im Winter bei Eiseskälte gerne mal schlapp macht, kann die Klimaanlage im Hochsommer bei hohen Temperaturen die Flügel strecken. Dann nämlich, wenn sie Höchstleistung bringen muss, aber nicht mehr genug Kältemittel drin ist. „Aber wo geht das Mittel denn hin?“, wollen wir von Martin Wolf wissen. Es handelt sich schließlich um einen geschlossenen Kreislauf. Tatsächlich, so erläutert der Fachmann, diffundieren über Schläuche, Dichtungen und Anschlüsse kontinuierlich kleine Mengen. Da kommt im Laufe der Jahre eine ordentlicher „Fehlbetrag“ zusammen.

Dichtigkeit prüfen

Inzwischen hat das Servicegerät das Kältemittel aus unserem Fiat 500 abgepumpt. 280 Gramm zeigt die eingebaute Waage an. Das ist eindeutig zu wenig. In der Klimaanlage wird nun für zehn Minuten ein Vakuum erzeugt, um auch den letzten Rest des Kältemittels noch zu erwischen. Ist alles draußen, prüft das Servicegerät die Dichtigkeit der Anlage. Sollte sie ein Leck haben, darf sie nicht wieder befüllt werden. So sieht es der Gesetzgeber vor, und entsprechend ist das Servicegerät programmiert. Schließlich darf das Kältemittel nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Die Klimaanlage unseres Fiat 500 ist dicht. Sie kann wieder befüllt werden. Das abgepumpte Kältemittel wird im Servicegerät gefiltert und in die Anlage zurückgepumpt. Was zu den benötigten 450 Gramm fehlt, wird aufgefüllt. Dazu gibt es noch sieben Milliliter Öl.

Klimaservice oder Klimacheck:
Die Unterschiede

Wusstest du, dass der Klimacheck die "kleine Schwester" des Klimaservice ist?

Hier werden allerdings nur die Filter im Innenraum gewechselt und die Anlage gereinigt.

Wenn es also im Auto unangenehm riecht, liegt das vielleicht an deiner Klimaanlage. Bakterien vermehren sich in der feuchtwarmen Umgebung der Schläuche besonders gut. Da hilft dann nur eine professionelle Desinfektion der Anlage in der Werkstatt.

 

In unserer Werkstattsuche findest du die nächste Werkstatt in deiner Umgebung.

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Einmal programmiert, arbeitet das Servicegerät selbstständig.
Einmal programmiert, arbeitet das Servicegerät selbstständig.

Lohnende Investition

Eine Stunde dauert das Ganze. Für den Klimaservice muss man im Schnitt mit rund 150 Euro rechnen – ­ je nach Menge und Art des Kältemittels. Unterm Strich rechnet sich der Werkstattbesuch allemal. Denn läuft die Anlage trocken, weil nicht mehr genug Kältemittel drin ist, geht sie kaputt. Dann wird es richtig teuer. Unser Fiat 500 bekommt im Motorraum noch einen gelben Aufkleber verpasst. Er macht sich gut auf dem roten Lack. Darauf ist vermerkt, wann und bei welchem Kilometerstand die Klimawartung gemacht wurde. Jetzt können die 40 Grad Celsius im Schatten kommen. Im roten Hüpfer herrscht auf jeden Fall ein cooles Klima.

Zum Schluss gibt es einen gelben Aufkleber mit den wichtigsten Daten.
Zum Schluss gibt es einen gelben Aufkleber mit den wichtigsten Daten.

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Fotos: Niko Radis
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