Franz nennt seine Autos nicht Fahrzeuge, sondern Familienmitglieder. Zwischen Blech, Werkzeug und Erinnerungen sammelt er Momente. Seine Leidenschaft startete auf dem Nürburgring, wuchs in der Garage bei Dönerpapier und Rockmusik und lebt heute von Mut, Fehlern und Herzblut.
F ranz, bekannt als „Franz im Auto“, zeigt: Schrauben ist mehr als Technik. Es geht um Emotionen, um Ausgleich und um die Frage, warum alte Autos oft mehr Seele haben als neue. Ein Gespräch über Benzin im Blut, unvernünftige Entscheidungen und warum die die besten sind.
Wann hast du gemerkt, dass Autos für dich mehr sind als Fortbewegungsmittel?
„Als mein Vater mich als kleiner Junge zum ersten Mal mit zum Nürburgring nahm, war klar: Autos können viel mehr als Fortbewegungsmittel sein. Da geht’s um Emotionen! Und als ich mit 18 mein erstes Auto kaufte – einen Audi A3 8L, auf den ich stolzer war als auf alles andere – verstärkte sich dieses Gefühl. Ich konnte kaum schrauben, versuchte aber, was ging, und das Auto war mehr Familienmitglied als Blechhaufen. Da war klar: Autos sind für mich keine Fortbewegungsmittel.“
Du hast früh mit deinem Vater geschraubt. Was ist davon geblieben?
„Mein Papa war wie ich kein Schrauber. Wenn wir zusammen schraubten, waren das kleine Karosseriearbeiten oder Ventildeckeldichtungswechsel. Es ging darum, Zeit als Vater und Sohn zu verbringen und zu quatschen. Van Halen lief in der Werkstatt, wir machten uns gemeinsam die Finger schmutzig und bestellten Döner– eine bessere Zeit gibt es mit einem Papa nicht.“
Was bedeutet Schrauben für dich persönlich?
„Schrauben ist für mich ein Ausgleich zur Arbeit vorm Bildschirm. Mein Kopf ist wie ein Atomkraftwerk – immer am Arbeiten – und etwas Kaputtes mit den Händen zum Laufen zu bringen, ist das Coolste überhaupt. Beim Schrauben lebe ich im Moment und pausiere alle Sorgen, Pläne und Visionen. Etwas ist kaputt, das Auto fährt nicht mehr. Ich reparier es, das Auto fährt wieder. Das ist ein gutes und erfüllendes Gefühl!“
Du hast dir vieles selbst beigebracht. Wie bist du ans Lernen herangegangen?
„For the record: Ich bin absoluter Anfänger! Die meisten Sachen habe ich mir bei YouTube beigebracht. Die größte Hürde beim Kfz-Schrauben ist, sich zu trauen. Sobald man die Scham ablegt, Fehler zu machen, lernt man was. Klar passieren Fehler, klar macht man was kaputt – aber meistens einmal, und beim nächsten Mal läuft’s!“
Warum faszinieren dich Oldtimer so sehr?
„Ich fürchte mich vor modernen Autos. Ich verstehe nicht, wie sie funktionieren, und von der ganzen Elektronik bekomme ich Panik. Alte Autos sind einfach, aber wahnsinnig spannend. Ich liebe die Unverwüstlichkeit vieler Oldtimer. Das ist für mich Peak Engineering, und ich arbeite daran, ohne Raketenwissenschaften studiert zu haben.“
Warum faszinieren dich Oldtimer so sehr?
„Ich fürchte mich vor modernen Autos. Ich verstehe nicht, wie sie funktionieren, und von der ganzen Elektronik bekomme ich Panik. Alte Autos sind einfach, aber wahnsinnig spannend. Ich liebe die Unverwüstlichkeit vieler Oldtimer. Das ist für mich Peak Engineering, und ich arbeite daran, ohne Raketenwissenschaften studiert zu haben.“
Gibt es ein Fahrzeug, das dir emotional besonders viel bedeutet?
„Klar mein blauer Land Rover Serie 3. Das Auto ist ein Traktor im Autokleid. Völlig unsinnig im Straßenverkehr. Als mir mehrere Werkstätten sagten, dass das Auto Schrott sei, machte mich das traurig. Aber mein Freund und ich brachten ihn wieder an den Start. Das Auto ist teuer, schluckt viel Diesel, hat keine Leistung und fährt wie ein Sack Schrauben – aber ich werde ihn niemals abgeben!!“
Was macht für dich ein echtes Herzensprojekt aus?
„Ein Herzensprojekt darf man nicht rational erklären können. Da geht’s nicht darum, Kohle mitzuverdienen, und es ist egal, wie viele Stunden Arbeit man investiert. Du merkst, dass es ein Herzensprojekt ist, daran, dass deine Nicht-Auto-Freunde dich für beschränkt halten. Dann gilt es, durchzuziehen und ein Macher zu sein.“
Warum ist Schrauben heute wieder so relevant?
„Das Handwerk gewinnt wieder Reputation. In den Krisen sieht man, wie sich viele junge Leute traditionelleren Dingen widmen, weil diese Stabilität geben. Wer ins Handwerk geht und zukunftsorientiert mitdenkt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Die Nachfrage nach Handwerkern ist hoch. Wer schlau ist, macht eine Lehre!“
Was wünschst du dir für die nächste Generation Schrauberinnen und Schrauber?
„Ich hoffe, kommende Schrauberinnen und Schrauber sehen ihr Handwerk nicht als Beruf, sondern wieder als Berufung. Es ist toll, Leuten zuzusehen, die ihren Job mit großer Leidenschaft machen. Gerade als Kfzer steckt man viel Leidenschaft rein. Ich hoffe, dieses Leuchten in den Augen sieht man in Zukunft in vielen Werkstätten!“



