Die Kfz-Mechanikerin Anna Matuschek hat einen Azubi nach seinem Feedback zu Ausbildung und den Plänen danach befragt.

Interview: Ausbildung
KFZ-Mechatroniker

Familienbetrieb statt Industriekarriere – Die Kfz-Mechanikerin Anna Matuschek hat einen Azubi nach seinem Feedback zu Ausbildung und den Plänen danach befragt. Für ihn ist es ein Traumjob.

Für die Kfz-Betriebe kommt dieses positive Feedback zur rechten Zeit. Viele Mehrmarkenwerkstätten klagen über schwindenden Nachwuchs und fehlende Fachkräfte. Dabei sprechen die Statistiken eine andere Sprache: Der Kraftfahrzeugmechatroniker ist immer noch einer der beliebtesten Ausbildungsberufe. Am mangelnden Interesse am Beruf scheint der Nachwuchsmangel in den Mehrmarkenwerkstätten also nicht zu liegen. Eher könnten die scheinbar attraktiveren Bedingungen in der Industrie dazu führen, dass sich viele junge Menschen gegen einen kleineren Kfz-Betrieb entscheiden, oder aber nach dem Ende ihrer Ausbildung abwandern. Doch Geld allein ist nicht alles. Ein modernes und familiäres Arbeitsumfeld, der gute Draht zum Chef und nette Kollegen sind die Vorteile der Mehrmarkenwerkstätten. Letztlich ist die Wahl zwischen einem großen Unternehmen oder einer inhabergeführten Kfz-Werkstatt eine Entscheidung, die jeder nach seinen eigenen Vorlieben treffen muss. Für Christian hat sich die Entscheidung zur Ausbildung in einer Mehrmarkenwerkstatt jedenfalls als die richtige erwiesen.

„Hightech wird immer wichtiger“

Christian ist Azubi bei Auto Baumann in Gosbach. Er will nach seiner Ausbildung in dem Beruf weiterarbeiten.

Anna Matuschek im Interview mit Christian.

Was fasziniert dich besonders am Beruf des Kfz-Mechatronikers?

Christian: Ich habe mich schon als Kind für Autos begeistert. Später kam dann das hobbymäßige Schrauben dazu. Da kam einfach eins mit dem anderen zusammen.

Warum hast Du Dich für diese Werkstatt als Ausbildungsplatz entschieden?

Christian: Der Betrieb ist nah an meinem Wohnort. Hier arbeiten tolle Leute und es macht viel Spaß. Ich habe mich vorab informiert und auch vorbeigeschaut. Das hat mir alles schon gut gefallen.

In welchem Lehrjahr bist Du?

Christian: Dieses Jahr komme ich ins Dritte.

Was ist deine Einschätzung: Welche Auswirkungen werden Zukunftsthemen wie „Autonomes Fahren“ auf deinen Beruf haben?

Christian: Ich bin eher der handwerkliche Typ. Trotzdem gehören Elektrik und Elektronik auch dazu. Darauf basiert das Auto einfach. Hightech wird jedoch im Kfz-Bereich insgesamt immer wichtiger. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Kfz-Betrieben in naher Zukunft reine IT-Spezialisten gibt, die sich mit diesen Themen beschäftigen.

Es gibt in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker verschiedene Ausbildungsschwerpunkte. Worauf möchtest Du dich spezialisieren? Personenkraftwagentechnik, Motorradtechnik, System- und Hochvolttechnik oder Karosserie und Instandsetzung?

Christian: In der Schule habe ich mir die Spezialisierung auf Hochvolttechnik ausgesucht. Damit hat man im Moment noch im Betrieb oder beim Hobbyschrauben eher weniger Kontakt. Langfristig wird dies aber für die Branche ein wichtiger Bereich werden. Viele neue Autos sind schon mit Hochvolttechnik unterwegs.

Gibt es Dinge in Deiner Ausbildung, die Du verbessern würdest? Da meine ich zum Beispiel die Arbeitshose, die Handwaschpaste oder aber die Berufsschule …

Christian: Meine Schule wird dieses Jahr modernisiert. Also erstmal abwarten, was kommt. Insgesamt bin ich aber zufrieden.

Was war die krasseste Reparatur, an der du bisher beteiligt warst?

Christian: Das war ein Motortausch an einem Opel Crossland. Da ging es schon richtig zur Sache. Bei solchen Arbeiten sieht man erst, was an einem Motor so alles dranhängt.

Wie stellst Du Dir langfristig deine berufliche Zukunft vor? Möchtest Du in der Werkstatt bleiben?

Christian: Da habe ich mich noch nicht entschieden und lasse mich überraschen. Auf jeden Fall will ich in dem Beruf bleiben, soviel steht fest!

Hast Du eigentlich auch ein eigenes Auto?

Christian: Ja, einen VW Golf 4 4Motion mit diversen Modifikationen.

Und was wäre Dein Traumauto?

Christian: Da habe ich jetzt keines vor Augen. Es gibt so viele schöne Autos, aber an jedem müsste man etwas machen, damit es perfekt ist. Ich fahre keine Serienautos – das ist Berufsehre.

Vielen lieben Dank für Deine Zeit!

Redakteurin Anna Matuschek

Anna Matuschek

hat in ihrer Kfz-Werkstatt selbst auch viel Abwechslung bei der Arbeit. 

Bilder: Nikolaos Radis

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