Grafische Übersicht der wichtigsten Bauteile des Stromsystems im Motorraum.

Anna erklärt’s:
Es werde Licht!

Ein Auto mit vollem Tank ist nahezu autark. Aber wie kommt das zustande? Woher kommt der Strom? Und welche Probleme kann es in der Versorgung geben?

Überall wird Strom benötigt. Die Taschenlampe braucht Batterien, der Herd wird aus der Steckdose betrieben genauso wie die Kaffeemaschine. Schon erstaunlich, dass ein Auto (was keinen E-Antrieb hat) einfach ohne externe E-Versorgung funktioniert, anspringt und sogar noch unser Handy lädt. Dafür sorgen diverse Aggregate. Ein recht ausgeklügeltes System, was schon ewig besteht, aber auch Schwach- und Verschleißteile hat. Dabei ist das Ganze recht überschaubar. Welche es gibt und warum sie so wichtig sind, erklären wir Euch.

Keine Frage der Größe

Im Wesentlichen besteht das Stromsystem im Auto aus der Batterie, dem  Generator (umgangssprachlich Lichtmaschine), dem Regler und einem Riemen.
Natürlich sind nicht alle Bauteile gleich und müssen fahrzeugspezifisch passen. So kann ein optisch kleiner Generator kann mehr leisten als ein großer.

Detailansicht eines gerippten Gummiriemens auf einer metallischen Laufrolle im Motorraum eines Autos
Ohne ihn läuft nichts: Der Keilrippenriemen verbindet die Kurbelwelle mit dem Generator und treibt so die Stromerzeugung an.

Der Motor macht den Strom

Das System ist einfach. Sobald der Motor läuft, wird der Generator über einen Riemen mit angetrieben. Heute ist es der Keilrippenriemen, früher hieß er Keilriemen. Über die Kraft des Motors wird Strom im Generator erzeugt. Das ist vergleichbar mit einem Hamsterrad.

Nahaufnahme eines schwarzen Keilrippenriemens an den Laufrollen eines Automotors.
Der Keilrippenriemen überträgt die Kraft des Motors auf den Generator und hält so den Stromfluss aufrecht.

Der Regler regelt alles

Der Generator erzeugt den Strom, der zum einen das Stromnetz im Auto versorgt und auch die Batterie für den nächsten Start auflädt. Allerdings darf die  Ladekapazität nicht überschritten werden. Dafür kommt ein Regler zum Einsatz. Ist dieser defekt, flackert das Licht, der Motor läuft unrund, manchmal spinnt das
Radio oder Navigationssystem. Der Regler kann entweder innerhalb oder  außerhalb des Generators sitzen. Ist er mit verbaut, wird bei einem Defekt in der Regel das ganze Bauteil ersetzt.

Kompakte Lichtmaschine für PKW mit Fokus auf das Metallgehäuse und die Lüftungsschlitze.
Robustes Bauteil: Über die Riemenscheibe wird der Generator vom Motor angetrieben, um mechanische in elektrische Energie umzuwandeln.
Ein silberner Kfz-Generator (Lichtmaschine) mit schwarzer Riemenscheibe in der Seitenansicht
Der Generator, oft auch Lichtmaschine genannt, ist das Kraftwerk im Auto und versorgt alle elektrischen Verbraucher während der Fahrt.

Batterie ist nicht gleich Batterie

Bei älteren Fahrzeugen können Autobesitzer die Batterie selbst tauschen.
Wichtig beim Nachkauf: Die Volt- und Ampere-Zahl, die Pol-Verteilung und
Größe müssen passen. Trennt man ein moderneres Auto vom Strom, vergisst das
Steuergerät so einiges. Zum Beispiel, dass die Fensterheber hoch und runter gehen
müssen oder den Radio-Code. Wer die Batterie in einer Werkstatt tauschen lässt,
geht auf Nummer sicher. Denn dort wird geprüft, ob wirklich die Batterie schwach
ist, oder ob es eventuell an mangelndem Kontakt der Leitungen liegt. Sollte ein Austausch erforderlich sein, wird die Bord-Elektrik überbrückt und somit  gewährleistet, dass alles beim Alten bleibt.

Verschiedene schwarze Gehäuse von Autobatterien mit farbigen Deckeln in der Übersicht.
Für jedes Fahrzeug das passende Modell: Starterbatterien unterscheiden sich stark in Bauform und Leistung.

So kommt der Strom an

Weil die Spulen im Inneren des Generators leicht rötlich und verwirbelt sind, sage ich gerne: „Sieht aus wie ein Gehirn.“ Im Inneren dreht sich der Rotor (Läufer) in den Stator-Wicklungen. Das rote Magnetfeld des Rotors induziert eine elektrische Spannung in den Spulen. Kabel befördern den Strom dann zur Batterie und an das Stromnetz.

Makroaufnahme der Metallstruktur und Drahtwicklungen eines Lichtmaschinengenerators.
Hier entsteht Spannung: Durch die Rotation im Magnetfeld wird die mechanische Kraft des Motors in elektrischen Strom umgewandelt.
Detailansicht der kreisförmig angeordneten technischen Komponenten im Inneren eines zerlegten Kfz-Generators.
Das Herzstück der Stromerzeugung: Der Aufbau aus Rotor und Stator erinnert optisch fast an ein Gehirn.

Der Generator arbeitet nicht unendlich

Besonders im Camping-Bereich werden gerne größere Batterien nachgerüstet. Ein guter Gedanke. Aber: Die Lichtmaschine produziert nur den nötigen Strom für die Hauptbatterie. Wer also einen größeren Stromspeicher einsetzt, benötigt auch einen größeren Generator oder Solar auf dem Dach.

Nahaufnahme der technischen Daten und Warnhinweise auf der Oberseite einer Autobatterie.
Genau hinschauen: An der Kennzeichnung erkennt man Kapazität und Spannung der verbauten Autobatterie.

Alte Batterien sind Geld wert

Alte Batterien sollten auf keinen Fall lange in der Garage oder im Keller gelagert werden. Durch die Säure können sie sich aufblähen, sogar platzen. Bei der Abgabe einer alten Batterie besteht ein Pfandwert von derzeit 7,50 Euro  Tausch gegen einen neuen Stromspeicher. Ihr könnt aber auch alte Batterien kostenlos beim Wertstoff hof abgeben.

Stapel alter Autobatterien bei einer offiziellen Sammelstelle zur Entsorgung.

Batterie laden

Batterieladegeräte sind zwar teuer, lohnen sich aber für alle, die neben einem Alltagsfahrzeug noch weitere Autos oder Mopeds in der Garage haben. Bei der Auswahl ist die Ladefunktion der Bordspannung relevant. In der Regel liegt diese bei 12 Volt. Es können aber auch 6 oder 24 Volt sein. Wichtig ist auch ein Regenerierungs-Modus, oft auch Rekonditionierung, Repair-Mode oder Refresh-Funktion genannt. Damit könnt ihr (oft) schwache Batterien wiederbeleben.
Die Ladedauer kann hierbei sehr lange sein. Lohnt sich aber gegenüber der
Anschaff ung einer Neuen.

Ein Batterieladegerät ist mit Klemmen an eine 12-Volt-Autobatterie angeschlossen.
Richtiges Laden verlängert das Leben: Moderne Ladegeräte mit Refresh-Funktion können sogar schwache Batterien wiederbeleben.
Alle Bilder: Paul Kubina
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