Ein Radwechsel ist ein Kinderspiel. Aber nur wenn auch das detaillierte Praxiswissen da ist.

Anna erklärt’s:
Radwechsel

Ein Radwechsel ist ein Kinderspiel. Aber nur wenn auch das detaillierte Praxiswissen da ist. Warum, erklärt Kfz-Mechanikerin Anna.

Was ist der Unterschied zwischen einem Reifen und einem Rad? Bereits bei dieser Frage fällt einigen Autofahrern die Antwort schwer. Daher fix die Auflösung: Ein Reifen ist der Gummi und ein Rad ist der auf Felgen montierte Reifen. Auch Komplettrad genannt. Mal abgesehen von der Unfallgefahr beim Arbeiten mit dem Wagenheber, welcher grundsätzlich nur bei einer Panne genutzt werden sollte, spricht einiges gegen den Reifenwechsel in Eigenregie.

Reifen sprechen

Der Reifen erzählt dem Betrachter einiges über seinen Zustand und den des Fahrzeugs. Ist er zum Beispiel ungleichmäßig stark abgefahren, ist dies ein Indiz dafür, dass die Fahrwerksgeometrie ein Problem hat. Hinter der Bezeichnung DOT, welche sich immer auf der Außenseite des Pneus befindet, steht die Kalenderwoche und das Jahr, wann der Rundling gefertigt wurde. Alte Reifen haben die Eigenschaft, auszuhärten. Das Profil wird kaum abgefahren, aber die Leistung verschlechtert sich stark. So ist der Grip bei Fahrten auf nasser Fahrbahn oder gar starkem Bremsen nicht ideal. Oder die Reifen werden spröde, was ebenfalls gefährlich werden kann. Ebenfalls unter Altersschwäche können Ventile leiden. Daher ist es beim Umziehen von neuen Reifen auf alte Felgen wichtig, diese ebenfalls zu wechseln.

Anna auf einem Haufen Rädern

Beim Auswuchten wird das Rad auf einer Maschine ausbalanciert. Dazu werden entweder Schlag-oder Klebegewichte an Außen- und Innenseite der Felge montiert. Auch ausgewuchtete Räder können nach einer Einlagerung eine Unwucht haben. Das macht sich besonders bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar: das Lenkrad zittert dann. Ein ähnliches Phänomen kann sich auch nach Karambolagen an Bordsteinkanten ergeben. Ist die Felge zu stark verdellt, braucht es Ersatz.

Fachjargon ABE und RDKS

Wer sich nachträglich schicke Aluräder oder gebrauchte Räder kauft, muss die Rad-Reifenkombination auf Zulässigkeit prüfen. Bei nicht vom Hersteller freigegebenen Felgen muss in der Regel eine Allgemeine Betriebserlaubnis – kurz ABE – mitgeführt werden. In dieser ist ganz klar definiert, ob die verbaute Felge mit dem Reifen auf dem jeweiligen Auto erlaubt ist.

Bei gebrauchten Rädern besteht gelegentlich das Problem, dass die Reifengröße leicht abweicht. Wer 185/75 R15 im Schein eingetragen hat, kann mit Besohlung in 185/85 R15 bei einer Kontrolle oder der Hauptuntersuchung Probleme bekommen. Durch das eventuelle Erlöschen der Betriebserlaubnis entfällt zudem der Versicherungsschutz.

Automatische Warnung

Neufahrzeuge mit Erstzulassung ab dem 1. November 2014 sind serienmäßig mit einem so genannten Reifenkontrollsystem – kurz RDKS – ausgestattet. Dieses soll den Fahrer automatisch warnen, wenn der Luftdruck schnell sinkt. Grundsätzlich eine sinnvolle Funktion. Allerdings muss das Steuergerät über ein Wechseln der Räder informiert werden. Der klassische Radwechsel wird somit für den Laien nur kurzfristig zum Erfolgserlebnis. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, immer die Werkstatt des Vertrauens aufzusuchen, anstatt mit möglicherweise unbrauchbaren Rädern oder meckernden Warnmeldungen unterwegs zu sein.

Bilder: Nikolaos Radis
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1 Kommentar

  1. Naila Schneider

    Mein Freund möchte ein Radwechsel. Sein Wunsch ist es, so auch direkt Alufelgen einzutauschen. Gut zu wissen, dass man dann erst nach Zulässigkeit und Kombinationsmöglichkeit geprüft werden muss. Danke für die Informationen!

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