Anna erklärt’s: DIY
– Auto winterfest machen

Das Auto ist während der kalten Jahreszeit heftigeren Bedingungen ausgesetzt als im Sommer. Im folgenden Beitrag erklären wir, worauf es ankommt, wenn das Fahrzeug in Eigenregie "winterfest" gemacht wird.

Unter diesem Deckel befindet sich die Kühlflüssigkeit. Kühl? Kühl genug sollte es im Winter ja eigentlich sein. Das Problem ist Frostgefahr. Um einen Einblick zu bekommen, kann der Deckel abgeschraubt werden. Aber nur, wenn das Auto kalt ist!

Wie viel Frostschutzgehalt die Flüssigkeit hat, kann mit solch einem Prüfgerät gemessen werden. Die Anschaffung kann sich lohnen, wenn zum Beispiel mehrere Fahrzeuge zum Haushalt gehören. Auch Motorräder oder reine Sommerautos, zum Beispiel Oldtimer oder Cabrios, sollten mindestens -20 Grad Frostschutzgehalt in der Flüssigkeit haben.

Fast jedem Autofahrer ist das Reservoir für Spritzwasser bekannt. Liegt Salz auf der Straße, ist der Verbrauch von Reinigungsflüssigkeit enorm hoch. Während im Sommer einfache Zusätze genügen, braucht es im Winter frostsichere. Eine zugefrorene Spritzanlage beeinträchtigt die Sicht stark. Zudem kann die Pumpe kaputt gehen.

Manche Gefäße für Wischwasser sind so klein und unzugänglich dimensioniert, dass es sich lohnt, einen Trichter zu verwenden. Verschüttete Flüssigkeit ist zwar nicht schlimm, tut aber im Geldbeutel weh. Grundsätzlich lohnt es sich, im Winter eine Reserve im Auto zu haben. Oft ist der Zusatz an Tankstellen vergriffen. Übrigens: Im akuten Notfall kann auch hochprozentiger Alkohol helfen.

Im Winter versagen häufig die Batterien. Das ist ein echtes Ärgernis. Zwar kann per Multimeter der “Ist-Zustand“ überprüft werden. Sicherer ist es aber, eine Werkstatt mit der Überprüfung zu beauftragen. Einen Wechselzyklus für Batterien gibt es nicht. Manche halten ewig, andere verweigern schon nach drei Jahren ihren Dienst.

Ein Starthilfekabel im Kofferraum nimmt Platz weg und ist irgendwie lästig. Doch im Notfall ist man froh drum. Egal, ob es sich um das eigene Auto oder das des Nachbarn handelt. Unbedingt sollte vor einer Starthilfe im Bordbuch nachgelesen werden, wo die Kontaktpunkte sind. Das klassische Plus-Minus-Anklemmen kann bei modernen Autos zu Spannungsspitzen und somit Schäden in der Elektrik führen.

Schon klar, im Winter sind die Schuhe oft nass. Die Feuchtigkeit im Fußraum verdunstet in der Regel nur langsam und kann zu Schimmel oder auch Rost führen. Wasserfeste und rutsch-rustikale Matten verhindern das. Besser als die auf dem Bild zu sehende Variante ist Zubehör mit weichem Gummi.

Die Scheibenwischer-Gummis sind elementar wichtig für eine gute Sicht. Sind sie eingerissen, am besten schon vor dem Winter wechseln. Wenn es frostig wird, “kleben“ sie an der Scheibe fest und gehen bei Inbetriebnahme kaputt. Das Aufstellen der Arme ist keine gute Idee, denn wenn die Feder nachlässt, klatscht das Metallteil auf die Scheibe und kann zu Schäden führen. Besser ist das Unterlegen, zum Beispiel mit einem Stück Pappe. Vor der Fahrt denkt man so automatisch daran, die Wischer zu checken.

Unendlich viele Eiskratzer-Varianten sind im Handel erhältlich. Welche mit langem Stiel vermeiden, dass die Hände oder Handschuhe nass werden. Zudem lohnt es sich, einen kleinen Besen an Bord zu haben. Loser Schnee auf Haube und Dach sind damit einfach zu entfernen. Wichtig: nicht zu stark drücken, um Kratzer im Lack zu vermeiden.

Winterreifen sind Pflicht, und das ist auch gut so. Die Gummimischung ist etwas weicher, das Profil eher auf Wasserverdrängung ausgerichtet als bei Sommerreifen. Wer keinen Platz für zwei Sätze Räder hat und vielleicht auch keine Lust zum saisonalen Wechsel, kann auf Allwetterreifen umsteigen.

Auf den passenden Druck kommt es bei allen Reifen an. In der kalten Jahreszeit aber mehr denn je. Denn die Lauffläche der Reifen zum Untergrund sollte perfekt gegeben sein. Daher ist zu viel Luft nach dem Motto „dann muss ich nicht so oft kontrollieren“ nicht so schlau. Welcher Reifendruck ideal ist, steht im Tankdeckel, an der B-Säule (Einstieg Fahrerseite), auf der Tür-Kante innen oder im Bordbuch. Dabei wichtig: auf die richtige Reifengröße achten. Diese steht direkt auf dem Pneu.

Damit die Gummis geschmeidig bleiben, brauchen sie Pflege. Dazu sollten nur Mittel aus dem Fachhandel genutzt werden – keine Vaseline. Da sonst der Alterungsprozess beschleunigt wird. Türschloss-Enteiser gehören natürlich in die Tasche oder Jacke, nicht ins Fahrzeug.

Bei Autos, die keine Scheinwerferscheiben-Waschanlage haben, lohnt es sich, für Notfälle Reiniger und ein Tuch (zum Beispiel Mikrofaser) dabei zu haben. Bei Fahrten in der Dunkelheit auf gestreuten Straßen setzten sich die Leuchten teils so mit Schmutz und Lauge zu, dass der Durchblick enorm eingeschränkt ist.

Für den Notfall lohnt es sich, eine dicke Decke dabei zu haben. Springt das Auto zum Beispiel nicht an, kann die Stunde, bis der Pannendienst da ist, echt frostig sein. Das gilt auch im Falle eines Unfalls. Wer mit mehreren Personen und ganz besonders mit Kindern unterwegs ist, legt sich am besten ein kleines Deckenlager an. Das kann auch überbrücken, bis der Wagen im Winter die volle Heizleistung entfaltet.

Bilder: Nikolaos Radis
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