Piff, Paff!
Auspuff

Früher war ein Auspuff nur ein langes Rohr, dass die Abgase ungefiltert aus dem Motor leitete. Heute sieht die Sache komplexer aus.

Alle zwei Jahre steht bei fast jedem Pkw die Abgasuntersuchung, kurz AU, an. Diese ist ergänzend Pflicht zur Hauptuntersuchung, der HU. In der Regel ist es das Einfachste, die Prüfungen in einer Werkstatt erledigen zu lassen. Sollte ein Mangel bestehen, kann dieser vorab behoben werden. Je nach Fahrzeugalter wird bei der AU über den Bordcomputer, plus eine Endrohrmessung, getestet. Auch für ältere Autos gilt diese Pflicht teils übrigens schon ab dem Baujahr 1969. Relevant ist der Ausstoß von Abgasen, aber auch die Bauteile und deren Dichtigkeit sowie Funktion. Die Wichtigsten erklären wir in dieser Ausgabe von Anna erklärt’s.

Von vorne bis hinten …

Bis die Abgase hinten aus dem Auto kommen, durchlaufen sie mehrere Filtervorgänge. Zudem überprüfen Sonden, ob der Motor den Kraftstoff richtig verbrennt.

Warum darf das laut sein?

Röhrende Auspuffanlagen sind bei älteren Autos zulässig. Bei Neueren geht das auf Wunsch oder mit einer Nachrüstung per sogenannter Klappensteuerung. Spaß macht es. Allerdings nur den Insassen und dem affinen Umfeld.

Lambdasonde misst

Wie erwähnt: Früher gab es nur ein Rohr. Es folgte ein U-Kat (ungeregelter Katalysator), abgelöst von einem geregelten Kat. Der Geregelte funktioniert so, dass die Lambdasonde(n) die echten Abgaswerte im Abgas prüfen und an das „Hirn“ weitergeben, also an das Steuergerät. Dieses passt die Verbrennung an, sodass die Abgaswerte konform sind.

Was heißt Abblasen?

Mit dem Werkstatt-Ausdruck ist gemeint: Der Auspuff ist undicht. Dann befindet sich eine undichte Stelle im Abgassystem. Das Leck muss geflickt, oder das undichte Teil ausgetauscht werden.

Nicht nur die Optik zählt

Wenn ein Auspuff undicht ist, fällt das auf. Das Auto ist laut und dröhnt. Allerdings kann das System auch durch inneren Verfall gestört sein. Das fällt auf, wenn die Abgaswerte nicht mehr passen und beim Schlagen auf die Bauteile ein Scheppern zu hören ist.

Auspuff flicken

Wenn es keinen inneren Zerfall gibt, sondern „nur“ ein Loch im Auspuff oder den Rohren ist, kann eine Werkstatt das eventuell schweißen. Allerdings handelt es sich hier um eine Übergangslösung. Langfristig muss das defekte Teil ersetzt werden.

Feinstaub – den machen nicht nur Diesel

Diesel-Fahrverbote sind in Großstädten ein großes Thema. Dass sich Alt-Diesel-Besitzer ungerecht behandelt fühlen, wenn sie zum Beispiel ihren Familien-Van gegen ein sehr viel teureres, modernes Pendant ersetzen müssen, ist nachvollziehbar.

Benziner haben auch Reifen und Bremsen
Schärfere Abgasgrenzwerte für Dieselfahrzeuge senkten die Staubemissionen im Verkehr zwischen 1990 und 2005 innerorts um 40 Prozent. In Ballungsgebieten ist der Straßenverkehr die dominierende Staubquelle. Dabei gelangt Feinstaub nicht nur aus Motoren – vorrangig aus Dieselmotoren – in die Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch die Aufwirbelung des Staubes von der Straßenoberfläche. (Quelle letzter Absatz: Umweltbundesamt)

Gummi futschi

Der Auspuff muss sich flexibel bewegen können. Daher ist die Halterung am Pkw-Unterboden meist durch Gummis gelöst. Diese altern und können reißen.

Unbekanntes Objekt

Dieses Bauteil ist ein Katalysator, der direkt hinter oder neben dem Motor in den Tiefen der ­Technik untergebracht ist. Durch die Löcher werden die ­Abgase abtransportiert und direkt in dem Dosen-ähnlichen Kat gefiltert.

Töpfe sind zum Kochen da

Das stimmt. Doch nicht nur umgangssprachlich heißen auch Bauteile der Abgasanlage so. Einfacher ist der Begriff Schalldämpfer. Zu einem Mittelschalldämpfer (wie auf dem Foto zu sehen), sagt die Fachfrau oder der Mann aber auch gerne „Mitteltopf“. Der letzte Topf heißt demensprechend „Endtopf“. Der …Topf als Bauteil ist auch im Duden hinterlegt.

Bilder: Nikolaos Radis
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