KompakterLückenfüller

Der T-Roc ist ein Kompakt-SUV. Bei ihm soll alles maximal sein. Wir haben uns das Crossover mit Automatikgetriebe angeschaut.

Meine automobile Sozialisation fand in einem VW statt. 1985 machte ich auf einem VW Jetta I meinen Führerschein. Danach durfte ich den Golf meiner Mutter fahren. Die fährt heute noch einen Golf III, Sondermodell Pink Floyd. Ich habe zwischenzeitlich die Marke gewechselt, sozusagen von HB auf Camel auf Gauloise – und nie wieder zurückgefunden. Nun habe ich die Chance: Da steht er, der T-Roc.

Fährt fast von alleine dank Lane Assist und Adaptiver Abstandsregelung. Nach kurzer Zeit fordert das Auto den Fahrer aber auf, das Lenkrad wieder zu übernehmen.

Das ist übersichtlich. Kein Mäusekino. Wenig Schalter, ein großes, sehr scharfes Display und viele gerade Flächen.

Na ja, viel Platz ist da nicht drin.

Unverkennbar ein VW.

Das Display ist gestochen scharf und reagiert schon, wenn sich die Hand nähert.

Sehen

Nun ja, T-Roc hat nix mit T-Rex zu tun. Er sieht schon sehr brav aus. VW spricht von modern, expressiv designt. Nun ja, das ist Marketing. Ich finde ihn von vorne ganz schick, bei der Seitenansicht gefällt mir das abfallende Heck nicht . Das ist mir zu coupéhaft. Er ist unverkennbar ein SUV, aber ein kleiner, der ein bisschen hochgesetzt wurde (acht Zentimeter mehr als ein Golf) und breite Radhäuser für einen bulligen Auftritt bekommen hat. Viele umlaufende Kunststoffteile verstärken den „Offroad-Look“. Die Zweifarb-Lackierung mit optisch abgesetzter Dachpartie gibt es in vielen Varianten. Das sieht hübsch aus, ist aber auch nichts Neues – und kostet Geld. Ohne Aufpreis bekommt man den T-Roc nur in Uranograu. Expressives Design sieht für mich anders aus. Da hätte VW mutiger sein können, wenn man schon eine junge hippe Zielgruppe ansprechen will.

Sitzen

Jetzt aber mal rein ins Auto. Der Einstieg gelingt gut. Ich sitze – und das sehr gut. Bei meinen zwei Metern Länge ist das ein wichtiges Kriterium. Die Sitze aus festem Stoff sind bequem und schön breit. Die erhöhte Sitzposition verschafft einem einen guten Überblick. Kopf- und Beinfreiheit sind top. Prima finde ich auch die Übersicht im Fußraum. Da ist viel Platz. Nun aber Kopf hoch. Meine Begeisterung steigt. Wau, ist das übersichtlich. Kein Mäusekino. Wenig Schalter, ein großes, sehr scharfes Display und viele gerade Flächen. Ich mag es auch, wenn die Frontscheibe kurz hinterm Cockpit anfängt. Da sitze ich näher am Geschehen. Ich habe mich auf jeden Fall sofort wohl gefühlt. Was man dem T-Roc ankreiden kann: Hartplastik, soweit das
Auge reicht.

Fahren

Auf der Straße gibt es nicht viel zu meckern. Ich habe den 2.0 TDI mit 150 PS als Antrieb, der Spaß macht, aber auch sehr rau klingt, wenn man Gas gibt. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet butterweich, vom Allrad­antrieb 4MOTION habe ich jetzt nichts gespürt. Fragt sich eh, warum dieses Auto das braucht. Toll funktioniert das Abstandsregelradar. In Kombination mit dem Lane-Assist fährt das Auto fast von alleine. Nach ein paar Sekunden fordert das System aber den Fahrer auf, das Lenkrad wieder in die Hand zu nehmen. Übrigens: Mein T-Roc (kostet mehr als 33.000 Euro) hat keine Piep-Piep-Sensoren hinten – das ist Zusatzausstattung. Also am besten eine Rückfahrkamera dazu bestellen. Denn die Sicht nach hinten ist stark eingeschränkt.

Im Innenraum des T-Roc Hartplastik soweit das Auge reicht. Das passt irgerndwie nicht zum Selbstverständnis.

 

Unser Testfahrer


Jan Peters
Redakteur

Fazit: Der T-Roc ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Vielleicht macht ihn ja genau das so attraktiv. Mir gefallen die Übersichtlichkeit und der bequeme Ein- und Ausstieg. Viele wichtige Helferklein kosten Aufpreis: das geht dann richtig ins Geld.


 

Technische Daten

Bewertung

Bilder: Benjamin Krohn

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