Die Autobahn darf in vielen anderen Ländern nur mit gültiger Vignette genutzt werden. Bild: Adobe Stock/Natallia Vintsik

Maut:
Ohne gültige Vignette wird’s teuer

Andere Länder, andere Sitten: Anders als in Deutschland fallen in vielen anderen Ländern für die Nutzung von Autobahnen oder Schnellstraßen Extrakosten an. Mal pauschal, mal streckenabhängig oder auch eine Kombination aus beiden.

Wer mit dem Auto in den Urlaub ins europäische Ausland fährt, muss an Mautgebühren und Vignettenpflicht denken. In vielen Ländern wird für die Benutzung von Autobahnen, Tunneln, Brücken oder Schnellstraßen ein Obolus fällig. Der Automobilclub ACE hat die wichtigsten Regelungen für beliebte Urlaubsländer zusammengestellt.

Eine Zahlstelle auf der Autobahn in Italien Bild: Adobe Stock/august.columbo
Eine Zahlstelle auf der Autobahn in Italien Bild: Adobe Stock/august.columbo

Länder wie Frankreich, Italien, Spanien oder Kroatien erheben für die Benutzung von Autobahnen und zum Teil auch für Schnellstraßen eine Maut. In der Regel wird beim Befahren einer mautpflichtigen Strecke ein Ticket gezogen, das beim Verlassen oder Wechseln der Mautstraße für den gefahrenen Abschnitt bezahlt wird. Es gibt auch die Variante, dass eine Maut direkt beim Befahren der Strecke fällig wird. Bezahlt werden kann meist in bar oder mit einer gängigen Kreditkarte. Zum Teil werden auch Bank- und Tankkarten akzeptiert. Der ACE empfiehlt, genügend Kleingeld mitzunehmen und darauf zu achten, sich in der richtigen Bezahlspur einzuordnen. Spuren für das Bezahlen mit Karte oder Bargeld sind durch entsprechende Symbole gekennzeichnet.

In Frankreich heißen die Zahlstellen Gare de péage. Wer bargeldlos bezahlt, kommt in der Regel schneller durch. Adobe Stock/tangofox
In Frankreich heißen die Zahlstellen Gare de péage. Wer bargeldlos bezahlt, kommt in der Regel schneller durch. Adobe Stock/tangofox

Die in Frankreich mit einem „t“ markierten Spuren sind ausschließlich für das Télépéage-System reserviert: Hier wird die Bezahlung über einen Chip an der Windschutzscheibe elektronisch abgewickelt. Ähnliche Bezahlsysteme gibt es auch in Italien (Telepass), Spanien (Télépéaje) oder Kroatien („Electronic Toll Collect“, ETC).

Digital bezahlen

Wer auf den italienischen Autobahnen A36, A59 und A60 in der Nähe Mailands unterwegs ist, muss auf die digitale Mautgebühr achten. Das angewandte Free-Flow-System ersetzt die Mautstellen. Am besten registriert ihr euch vorab auf der Internetseite. Dann werden die Mautgebühren automatisch von der Kreditkarte abgebucht. So vermeidet ihr Strafgebühren. Ohne Registrierung könnt ihr bei der Kundendienststelle „Punto Verde“ oder manchen Tankstellen der Region die Gebühr nachträglich in bar entrichten. Allerdings muss die Nutzung der Autobahn spätestens 15 Tage nach Nutzung bezahlt sein.

Ob ihr mit Karte oder mit Bargeld bezahlt – ihr solltet nahe genug an den Automaten heranfahren. Sonst reicht ihr vielleicht nicht ran und haltet den ganzen Verkehr auf. Bild: Adobe Stock/A. Emson
Ob ihr mit Karte oder mit Bargeld bezahlt – ihr solltet nahe genug an den Automaten heranfahren. Sonst reicht ihr vielleicht nicht ran und haltet den ganzen Verkehr auf. Bild: Adobe Stock/A. Emson

In Spanien und Kroatien variieren die Mautgebühren. Auf den spanischen Autopistas (AP) sind die Kosten je nach Wochentag und Tageszeit unterschiedlich. Einige Teilstrecken werden pauschal berechnet. In Kroatien richten sich die Mautgebühren nach Haupt- oder Nebensaison. Vor Ferienbeginn steigen die Preise.

In Portugal kann auf den meisten Strecken nur elektronisch bezahlt werden, dafür ist ein Transponder notwendig. Bei Fahrzeugen ohne Transponder wird das Kennzeichen gespeichert, bis die Gebühr bezahlt wurde. Dies ist allerdings erst 48 Stunden nach der letzten Fahrt durch ein Mautportal möglich. Ausschließlich elektronisch ist die Vignette in Ungarn, die so genannte e-Matrica. Beim Kauf solltet ihr auf die Richtigkeit aller angeführten Daten, insbesondere des Kfz-Kennzeichens und der Gültigkeitsdauer achten und erst dann den Kontrollabschnitt unterschreiben. Jede nachträgliche Änderung kostet fünf Euro. Wer einen Fehler nicht bemerkt, fährt ohne gültige Vignette und muss mit einer Nachzahlung von etwa 50 Euro rechnen.

 Auf Höhe und Gewicht kommt es an

Jedes Land hat sein eigenes Klassifizierungssystem. Autofahrer – insbesondere Gespannfahrer und Wohnmobilisten – müssen deshalb gut informiert die Reise durch Europa antreten. In Frankreich werden Fahrzeuge entsprechend ihres zulässigen Gesamtgewichts und ihrer Höhe in Klassen eingeteilt. Feste Aufbauten, wie die Aggregate von Klimaanlagen, werden mit eingerechnet, Antennen und Dachboxen zählen nicht. Bei Mautstationen ohne Personal kann es daher zu falschen Höhenmessungen kommen. Der Club empfiehlt, die Kategorie sofort zu überprüfen und im Zweifel beim Mautpersonal zu reklamieren.

Österreich und die Schweiz erheben auf manchen Tunnelstrecken oder für Brücken zusätzliche Mautgebühren. Bild: Adobe Stock/myfoto7
Österreich und die Schweiz erheben auf manchen Tunnelstrecken oder für Brücken zusätzliche Mautgebühren. Bild: Adobe Stock/myfoto7

Die Schweiz und Österreich setzen auf eine Vignettenpflicht. In Österreich besteht sie für Autobahnen und Schnellstraßen. Nur wenige kurze Autobahnabschnitte auf der A1, A12 und A14 ab deutscher Grenze sind davon ausgenommen. Die Vignettenpflicht gilt für Motorräder, Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen. Das „Pickerl“ gibt es analog als Aufkleber. Es lässt sich aber auch digital hinterlegen. Wahlweise ist es als Zehn-Tages-, Zwei-Monats- oder Jahres-Vignette erhältlich. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht kommt ein kilometerabhängiges Mautsystem zum Tragen.

Jahresvignette für die Schweiz

Wer in die Schweiz mit einem Pkw, Kombi, Motorrad, Wohnwagen oder Lkw und Anhänger bis 3,5 Tonnen unterwegs ist, benötigt die Jahresvignette. Sie muss beim Grenzübertritt deutlich am Fahrzeug angebracht sein. Fahrzeuge mit Anhänger benötigt zwei Vignetten. Auch in der Schweiz werden Fahrzeuge und Anhänger über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht anders abgerechnet. Sie müssen beim Grenzübertritt beim Zoll eine Schwerverkehrsabgabe entrichten. Österreich und die Schweiz erheben zudem zusätzliche Mautgebühren. Sie fallen etwa in der Alpenrepublik an der Europabrücke vor dem Brennerpass an oder bei den Eidgenossen für bestimmte Tunnelstrecken.

In Polen zahlen Fahrzeuge sowie Fahrzeugkombinationen (Zugfahrzeug plus Anhänger) über 3,5 Tonnen nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf Schnell- und Bundesstraßen Maut. Zudem müssen sie mit einem Transponder ausgestattet sein, den man in der Regel an Mautstationen leihen kann. Wer den Caravan auf dem Campingplatz lässt, sollte den Transponder unbedingt deaktivieren. Sonst zahlt er für den Pkw, der Schnell- und Bundesstraßen kostenfrei nutzen darf, die zusätzliche Gespann-Maut.

 

Vor der Autofahrt in den Urlaub solltet ihr euch informieren, welche Mautgebühren in eurem Urlaubsland gelten und wo ihr die Vignetten kaufen könnt. Bild. Adobe Stock/ Inthelifeof
Vor der Autofahrt in den Urlaub solltet ihr euch informieren, welche Mautgebühren in eurem Urlaubsland gelten und wo ihr die Vignetten kaufen könnt. Bild. Adobe Stock/ Inthelifeof

Bei der Reise nach Slowenien sollte man sich vorher darüber informieren, in welche Kategorie das eigene Fahrzeug fällt. Denn: Ist man mit der falschen Vignette unterwegs – egal ob zu viel oder zu wenig bezahlt – wird in jedem Fall ein Bußgeld fällig. Ihr seht, es gibt jede Menge zu beachten, wenn ihr Bußgelder vermeiden wollt. Bevor ihr den Urlaub startet, solltet ihr euch also auf jeden Fall über die jeweiligen Maut-Regeln in den Ländern informieren.

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