Eine Garage für
unsere Fahrräder

Von einer raumgreifenden Idee, einer platzsparenden Schublade und einem Ausbauschritt, der fast problemlos geklappt hätte: Update zum Camper-Projekt.   

Ein Grund dafür, dass wir das Vorhaben „Camper-Ausbau“ gestartet haben, war der Wunsch nach einem Transportmittel für unsere Fahrräder. Klar, radeln vor der Haustüre macht Spaß. Irgendwann reizen aber auch mal andere Strecken, und um dort hinzukommen, braucht es entweder einen Zug, ein Auto mit Fahrradträger – oder ein Fahrzeug mit Fahrradgarage. Für die dritte Variante haben wir uns entschieden. Dabei meint „Garage“ in unserem Fall eine große Schublade, die sich aus dem Kofferraum des Vans herausziehen lässt.

Schublade nach Maß

Gebaut haben wir die rund 60 Zentimeter breite und 1,60 Meter lange Schublade aus einer neun Millimeter starken Siebdruckplatte. Die einzelnen Bauteile haben wir uns im Baumarkt direkt auf Maß schneiden lassen – so konnten wir uns nicht nur das Zuschneiden sparen, sondern auch möglichen Verschnitt. Das Verschrauben der Teile ging dann ausnahmsweise ruckzuck und auch die 1,40 Meter langen Schwerlastauszüge konnten wir problemlos befestigen. Wir haben uns für Auszüge entschieden, die bis zu 120 Kilogramm standhalten, damit der Schubkasten das Gewicht unserer Räder auch sicher trägt. Etwas komplizierter war dann die Befestigung am Fahrzeugboden. Schließlich soll sich die Last, die auf der Schublade liegt, gut auf den Boden verteilen – nicht, dass der Boden ausreißt. Dafür haben wir schließlich Winkelbeschläge aus Edelstahl gewählt, die entlang des Auszugs verschraubt werden.  

Gewerkelt wird bei Wind und Wetter und auch mal abends. Zum Glück ließen sich die Teile für die Schublade ruckzuck verschrauben.

Eins, zwei, drei montiert

Um die Winkel anbringen zu können, musste die angepasste Bodenplatte allerdings noch ein letztes Mal aus dem Wagen raus. Glücklicherweise sind wir im Rein- und Rausheben mittlerweile Profis, sodass wir die Siebdruckplatte unbeschadet aus dem Kastenwagen bekommen haben. Auch die Löcher waren schnell gebohrt. In diese haben wir von der Unterseite der Siebdruckplatte Einschlagmuttern eingesetzt. Dann gings für die präparierte Platte wieder ins Fahrzeug. Dort haben wir sie zuerst fest mit unserer Unterkonstruktion aus Holzlatten verschraubt, in der Hoffnung, sie nie wieder bewegen zu müssen. Als Nächstes mussten wir die Schublade nur noch auf der Platte in Position bringen und darauf mit den Winkeln befestigen. Dazu haben wir M6 Schrauben genommen, selbstverständlich passend zu den Einschlagmuttern. Und wenige Minuten später war die Schublade montiert. Das solls gewesen sein? Nicht ganz.

Die Schublade im ausgezogenen Zustand. Den Auszug haben wir am Fahrzeugboden mit Winkeln verschraubt.

Zu wenig Platz

Denn in der Schublade hatten wir vor dem Einbau ins Fahrzeug noch ein Stück Alu-Konstruktionsprofil befestigt. Darauf kamen zwei Fahrrad-Gabelhalterungen mit Schnellspanner bzw. Steckachse. Dank dem Profil lassen sich die Halterungen verschieben – praktisch, um die Fahrräder möglichst platzsparend zu verstauen. Platzsparend ist das Stichwort: Wir hatten unsere Räder natürlich testweise auf die Schublade gestellt, um die für sie beste Transportposition zu finden – so dicht wie möglich beieinander. Die Halterungen hatten wir entsprechend eingestellt und dann, wie schon beschrieben, die komplette Schublade im Wagen verschraubt. Stolz wie Oskar wollten wir das gute Stück direkt einem kleinen Praxistest unterziehen. Bike Nummer eins ließ sich mit der Steckachse in der Halterung befestigt. Das ging prima. Dann kam Bike Nummer zwei und egal, wie wir es auf die Schublade gestellt, die Halterung auf dem Alu-Profil verschoben und die Gabeln justiert haben, es wollte einfach nicht mehr passen.

Nachdem das erste Fahrrad schon transportfähig war, wollte das zweite Rad einfach nicht mehr auf die Schublade passen. Also haben wir ein weiteres Stück Alu-Profil an unsere Konstruktion geschraubt.

Ein großer Seufzer später war für uns klar: Dann wird’s eben eine „Quick-and-dirty“-Lösung. Dafür haben wir einfach ein weiteres Stück Aluprofil an unsere vorhandene Konstruktion drangeschraubt. So – das zweite Bike etwas nach hinten versetzt – konnten wir beide Räder dann tatsächlich zusammen auf der Schublade befestigen.

Manchmal muss die „Quick-and-dirty“-Lösung reichen.

Und damit ging es dann für einen kleinen Trip in die Natur. Die 20-minütige Autofahrt haben die Räder in ihrer neuen Garage problemlos überstanden. Unsere Schublade sitzt, passt, wackelt und hat Luft! Heißt: Praxistest geglückt!

Praxistest bestanden: Unsere Schublade sitzt, passt, wackelt und hat Luft!
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