E-Autos im Winter:
Wenn die Batterie schwächelt

In der kalten Jahreszeit sinkt die Reichweite von E-Autos – teilweise sogar bis zu einem Drittel. Warum das so ist, und wie ihr dem Reichweiten-Verlust mit ein paar Maßnahmen entgegenwirken könnt, erklären wir euch in diesem Beitrag.  

Für viele Autofahrer:innen ist der Winter eine große Herausforderung – starke Schneefälle, lange Staus und Straßensperren. Und als E-Auto-Besitzer:in kommt noch eine Sorge dazu: Was ist, wenn der Strom nicht reicht, um anzukommen? Diese Frage ist nicht ganz unberechtigt. Denn Batterien von Elektroautos haben es im Winter nicht leicht. Je geringer die Akku-Kapazität des Fahrzeuges, desto größer der Verlust der Reichweite.

Warum ist das so?

Sowohl die niedrigen Temperaturen als auch der vermehrte Einsatz von Heizung und Licht haben Auswirkungen auf den Energiespeicher. Schließlich kommt sämtliche Energie – und damit auch für die Erzeugung der Wärme – aus der Batterie. Die Luftheizung benötigt zwei bis fünf Kilowatt Leistung, was den Energieverbrauch des Fahrzeugs um rund zehn bis 20 Prozent erhöht. Beim Elektromotor wird, anders als beim Verbrenner, keine Abwärme erzeugt. Jedoch wird immer häufiger eine Wärmepumpe verbaut, die bereits den Stromverbrauch reduziert und die Wärme des Akkus verwendet, um den Innenraum zu heizen.

Bild: AdobeStock/peterschreiber.media

Reichweite steigern ohne Komfort-Verlust

Wer mehr Akku-Leistung aus seinem Auto im Winter herausholen möchte, muss an anderen Stellen einsparen. Doch nicht zwangsweise in Sachen Komfort. Mit den folgenden Tipps könnt ihr die Reichweite eures Elektroautos steigern.

1. An der Ladestation vorheizen

Lasst das Fahrzeug am besten an der Ladestation angeschlossen, auch wenn es nicht geladen werden muss. Wenn ihr es dort vorheizt, ist die Batterie besser auf Fahrten bei Kälte vorbereitet und die Heizenergie kommt nicht aus der Antriebsbatterie. Dadurch geht keine Reichweite verloren, und ihr könnt sogar in ein schön vorgewärmtes Auto einsteigen. Eine echte Win-Win-Situation!

2. In einer Garage parken

Stellt euer E-Auto im Winter möglichst ein eine Garage. Damit vermeidet ihr, dass der Akku stark auskühlt. Denn bei einer kalten Batterie erhöht sich die Ladedauer. Denkt also auch daran, rechtzeitig zu laden.

3. Kontaktheizung statt Luftheizung

Lenkrad- und Sitzheizung sind gute Alternativen zur gewöhnlichen Heizung – am besten beides in Kombination. Bei manchen E-Autos sind bereits entsprechende Funktionen verbaut, durch die die Innentemperatur um drei bis vier Grad abgesenkt, und Sitz- sowie Lenkradheizung automatisch aktiviert werden.

4. Nach jeder Fahrt laden

Ladet ihr die Batterie direkt nach der Fahrt, ist sie noch aufgewärmt und lädt schonender. Zum Schnellladen muss der Akku auf Betriebstemperatur sein.

5. Vorausschauend fahren

Verfügt ein Stromer über einen „Eco-Modus“, solltet ihr ihn aktivieren. Denn der begrenzt die Kraft beim Anfahren und Beschleunigen, was dem Verbrauch und damit der Reichweite zugutekommt. Außerdem verhindert der Eco-Modus ein Durchdrehen der Räder.

Die Lenkradheizung in Kombination mit der Sitzheizung bietet eine gute Alternative zum alleinigen Einsatz der gewöhnlichen Heizung. Bild: AdobeStock/Andy
Die Lenkradheizung in Kombination mit der Sitzheizung bietet eine gute Alternative zum alleinigen Einsatz der gewöhnlichen Heizung. Bild: AdobeStock/Andy

Vorteile auf einen Blick

Wer jetzt glaubt, dass E-Autos im Winter nichts taugen, liegt falsch. Die Stromer bringen im Winter nicht nur negative Aspekte mit sich, sondern haben auch einige Vorteile. Nahezu jedes elektrobetriebene Auto hat serienmäßig eine Standheizung verbaut. Diese kann oftmals durch eine App ferngesteuert vorgeheizt werden. Das heißt: Frieren und abwarten, bis der Motor warm wird und die Heizung richtig wärmt, ist hier gar kein Thema. Auch das Eiskratzen kann euch somit erspart bleiben. Und wenn ihr das Auto während des Ladens am Stromnetz vorheizt, kostet euch das auch keine Reichweite. Auch wenn ihr nicht vorheizt, wird es im Innern eines E-Autos grundsätzlich sehr schnell warm.

Außerdem gibt es bei Stromern im Winter viel weniger Startprobleme. Auch für rutschige Straßen sind sie oft besser gewappnet, denn durch die Akkus haben E-Autos oft einen tiefen Schwerpunkt und eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung.

Fazit

Die Reichweite kann unter der Kälte leiden, keine Frage. Doch wenn ihr die genannten Tipps anwendet, hält sich das in Grenzen. Außerdem bringen E-Autos viele Vorteile für den Winter mit sich. Im Großen und Ganzen gibt es also keine Gründe, um in der kalten Jahreszeit auf Elektroautos zu verzichten. Wie bei jedem Antrieb, gibt es schließlich immer Vor- und Nachteile. 😊

Titelbild: AdobeStock/scharfsinn86
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