Fahrradträger:
Worauf man beim Kauf achten sollte

Du hast Zuhause schon sämtliche Fahrradtouren gemacht und der Trail hinter der Haustür rockt auch nicht mehr? Dann auf zu neuen Ufern in der noch jungen Fahrrad-Saison: Bike ins oder aufs Auto gepackt und nichts wie hin zu neuen Strecken. Damit Auto und Fahrrad sicher sind, findest du hier die wichtigsten Tipps für richtigen Bike-Transport in, an und auf dem Auto.

Grundsätzlich lassen sich Fahrräder im oder am Fahrzeug transportieren. Und bei allen Systemen gibt es Vor- und Nachteile.

Bei einem ausreichend großen Fahrzeug ist es am einfachsten, das Fahrrad in den Kofferraum zu packen. Wer nicht gerade einen großen Kombi oder Kleinbus sein Eigen nennt, der muss dazu meist die Rückbank umklappen. Ganz zu schweigen vom notwendigen Verzurren – denn die Ladung darf auch bei einer Vollbremsung nicht verrutschen. Um beim Transport möglichst wenig Schaden anzurichten, empfiehlt es sich, den Innenraum mit einer schützenden Decke auszulegen. Das vermeidet Schrammen und Kratzer im Innenraum. Schrammen und Kratzer an der Ladekante oder der Stoßstange, kannst du mit einer Decke oder einem alten Handtuch vermeiden. Gerade die Pedale oder Schnellspanner der Federgabel hinterlassen oft hässliche Kratzer.

Fahrradtransport im Auto.
Für den Fahrradtransport im Auto braucht man eine Menge Platz im Innenraum. Mit Montagehilfen lässt sich das Bike sicher fixieren. (Bild: GettyImages-123ducu)

Dreckiger Kofferraum muss nicht sein

Überhaupt ist beim Hantieren die eine oder andere Verrenkung notwendig, besonders dann, wenn Fahrrad und Innenraum beim Be- und Entladen geschont werden sollen. Wir merken also: So ganz ohne ist der Fahrradtransport im Innenraum eines Fahrzeugs nicht. Zwar gibt es Montagehilfen und -systeme, die das Bike im Innenraum sicher fixieren. Das funktioniert aber nur bei ausreichend großen Fahrzeugen. Wer sein Fahrrad nach einer Regen oder Schlammtour ins Auto packen muss, kann auf Planen und Wasserdichte Wannen für den Kofferraum zurückgreifen. Die elegantere Alternative ist, dein Fahrrad einfach außen mit einem Fahrradträger zu transportieren.

Welche Bauformen von Fahrradträgern es gibt

Wer sein Fahrrad am oder auf dem Fahrzeug transportieren will, hat die Wahl zwischen drei Systemen: Kupplungsträger für die Anhängerkupplung, Dachträger und Heckträger für die Heckklappe bei Kombis, Kleinbussen und Vans. Bei allen drei Systemen gilt: Die Bikes müssen vor der Fahrt richtig befestigt und sämtliche Komponenten entfernt werden, die sich beim Transport lösen können. Dazu zählen Satteltaschen, Körbe, Trinkflaschen oder Aufsteck-Displays. Die können nicht nur zu gefährlichen Geschossen für den nachfolgenden Verkehr werden, sie erhöhen auch den Spritverbrauch wegen des erhöhten Luftwiderstandes. Wer mit einem Fahrradträger unterwegs ist, muss den Tacho beim Fahren immer im Blick haben. Meist ist bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h Schluss. Genauere Angaben hierzu macht der Hersteller in der Bedienungsanleitung. Außerdem ist bei allen Trägersystemen peinlich genau auf des Zuladungsgewicht zu achten. Überladene Fahrradträger machen das Fahren unsicher und gefährden die Verkehrssicherheit.

Fahrradträger für Anhängerkupplung

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Kupplungsträger bietet die meisten Vorteile – vor allem, wenn es um den Transport von Pedelecs geht. Deshalb räumen wir diesem System etwas mehr Platz ein. Voraussetzung ist natürlich das Vorhandensein einer Anhängerkupplung. Die allermeisten Systeme funktionieren mit einem Schließmechanismus, der den Kugelhals der Kupplung über einen Hebel fest umschließt und so eine feste Einheit mit dem Fahrzeug bildet. Dabei ist es wichtig, dass Kugelkopf und Trägeraufnahme trocken, sauber und vor allem frei von Fett sind. Schmierfett verringert nämlich die Haftung und birgt Gefahr, dass der Träger verrutscht.

Sitzt mit einem Klick

Das FIX4BIKE-System macht die Montage einfache und absolut sicher. Dank zweier Pins unterhalb des Kugelkopfes und einer speziellen Aufnahme lässt sich der Träger mit einem hörbaren „klick“ sicher und richtig positioniert einrasten – vergleichbar mit einem Skistiefel, mit dem man in die Skibindung einsteigt. Viele Autohersteller rüsten ihre Modelle bereits mit FIX4BIKE-Anhängerkupplungen ab Werk aus. Auch im Zubehörmarkt sind die Systeme für immer mehr Modelle erhältlich.

ORIS Fahrradträger für die Anhängerkupplung tragen auch das hohes Gewicht von E-Bikes und kompakten Lastenrädern, wie dem Tern GSD problemlos.
Mit dem FIX4BIKE-Befestigungssystem ist der Fahrradträger mit nur einem Handgriff montiert. Er muss nicht mehr ausgerichtet werden und bleibt immer in seiner horizontalen Position. Während der FIX4BIKE-Träger nur auf eine FIX4BIKE-Anhängekupplung passt, ist die FIX4BIKE-Kupplung mit allen herkömmlichen Fahrradträgern kompatibel. (Bild: ORIS)

Zwei große Vorteile bringen Kupplungsträger mit: Das Anbauen des Trägers geht schnell von der Hand und die Bikes lassen sich ohne hohen Kraftaufwand aufladen und in den Radschienen und am Holm sicher fixieren. Für schwere Pedelecs gibt es sogar Auffahrschienen, über die das Rad wie über eine kleine Rampe auf den Träger geschoben werden kann – bequemer geht’s eigentlich nicht.  

Viele Kupplungsträger sind gegen Diebstahl gesichert: Der Träger selbst wird nach der Montage mit einem Sicherheitsschloss am Kupplungsstück gesichert und die Fahrräder lassen sich über Schlösser an den Rahmenhaltern sichern. Wichtig beim Thema Rahmenhalter und Radschiene: Immer mehr Bike-Modelle haben dicke oder eckige Fahrradrahmen, die das Befestigen der Rahmenhalter zur echten Herausforderung machen. Vor dem Kauf also darauf achten, dass die Rahmenhalter auch ganz dicke Rahmen „greifen“ können und sich das Bike damit sicher am Träger befestigen lässt. Das gleiche gilt auch für den Reifenquerschnitt der Bikes. Dank spezieller Radschienen-Adapter lassen sich auch sogar sogenannte Fat-Bikes sicher befestigen.

E-Bike mit Übergewicht

Zwei Pedelecs bringen es auf gut und gerne mehr als 40 Kilo – ohne Akku wohlbemerkt. Rechnet man das Eigengewicht des Trägers von meist knapp 20 Kilo dazu, bringt das komplette Paket um die 60 Kilo auf die Waage. Das geht bei vielen Anhängerkupplungen schon an die Belastungsobergrenze. Wie hoch diese Last für deine Anhängerkupplung ist, kannst du in deinen Fahrzeugpapieren nachlesen. Und die ist ein zweischneidiges Schwert: Denn bei Kupplungsträgern wirken ganz andere Kräfte als beim Anhänger-Einsatz. Dort kommt das Gewicht von oben, beim Träger wirken die Kräfte eher seitlich auf den Kugelhals ein. Um Gewicht zu sparen gehören deshalb leicht abbaubare Komponenten ins Auto. 

Praxistipp: Packe das schwerste Rad so nah wie möglich am Fahrzeugheck. So sorgst du für mehr Stabilität.

Falls Träger und Fahrräder die Rückleuchten und das Kennzeichen verdecken – und das ist eigentlich immer der Fall – muss der Träger mit einer zusätzlichen Beleuchtung und einer Kennzeichenhalterung ausgerüstet sein. Das Kennzeichen gibt es in auch online für etwa 10 Euro zu kaufen. Der Strom für die Beleuchtung kommt von der Stromanschlussdose an der Anhängerkupplung. Die meisten Träger haben einen 13-poligen Stecker. Viele ältere Anhängerkupplungen sind mit einem 7-poligen Anschlussdose ausgerüstet. Den dafür notwendigen Adapter gibt es in der Werkstatt oder im Ersatzteilhandel.

In den Süden? Nicht ohne Warntafel!

Geht die Fahrt in den Süden, dann sind in einigen Ländern spezielle rot-weiß-gestreiften Warntafeln am Träger vorgeschrieben – das gilt für Kupplungs- und Heckklappenträger. Wer das vergisst, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Grundsätzlich gilt, sich vor dem Reiseantritt über die einzelnen Vorschriften entlang der Reiseroute zu informieren.

Heckklappenträger für Transporter und Kastenwagen

Heckklappenträger kommen meist bei Vans und bei Kleinbussen zum Einsatz. Sie werden über Klemmschrauben und -haken fest mit der Kofferraumklappe verbunden und schwingen beim Öffnen entsprechend mit nach oben, was wegen des erhöhten Gewichts Scharniere und Dämpfersysteme oft übermäßig belastet. Wie beim Kupplungsträger erfolgt der Transport der Bikes also am Heck des Fahrzeugs. Weil Reifenschienen und Befestigungsholme aber meist höher angebracht sind, ist das Beladen lange nicht so bequem wie bei Kupplungsträgern. Das sind wohl auch alles die Gründe dafür, warum Heckklappenträger wenig verbreitet sind und eher eine geringe Marktbedeutung haben.

Dachträger für den Fahrradtransport

Der Klassiker schlechthin ist der Dachträger, der fest mit der Dachreling verschraubt wird und die Bikes auf dem Dach Huckepack nimmt. Mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Spritverbrauch, denn alles, was auf dem Dach befestigt ist, steht bei der Fahrt voll im Wind und erhöht den Luftwiderstand des Fahrzeugs erheblich. Hinzu kommt, dass das Be- und Entladen alleine zu einer echten Herkulesaufgabe werden kann. Ein Dachträger hat aber auch Vorteile: Er ist im Vergleich zu den anderen Trägersystemen meist günstiger zu haben, mit ihm hat man immer volle Sicht im Rückspiegel, und der Zugang zum Kofferraum ist immer frei.

Welcher Träger der richtige ist, muss jeder für sich entscheiden. Die Antworten auf folgende Fragen machen die Entscheidung leichter:

  • Wieviel Fahrräder möchte ich transportieren? Welches Gewicht kommt da zusammen?
  • Wie oft nutze ich den Träger eigentlich? Setze ich auf ein preiswertes aber weniger komfortables Trägersystem bei seltener Nutzung oder bin ich bei häufiger Nutzung bereit, für Komfort und Features mehr Geld auszugeben?
  • Haben meine Bikes Sondermaße, die das Befestigen erschweren können (Dicke Rahmenrohre, Fat-Bike, Dämpfer am Rahmen)? Muss ich entsprechend nach Montageadapter Ausschau halten?
  • Benötigt mein Träger Strom? Brauche ich einen Stecker-Adapter von 7 auf 13 Pole?
  • Wo bewahre ich meinen Träger auf, wenn ich ihn nicht nutze? Wieviel Platz steht mir da zur Verfügung?
  • Wohin geht die Reise? Auf welche Vorschriften entlang der Reiseroute muss bei meinem Trägersystem achten?
Aufmacherbild: GettyImages-Nils_Hendrik_Muller
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