Autoscheiben tönen bringt viele Vorteile wie UV-Schutz, Blendschutz und Wärmeschutz

Autoscheiben tönen:
inkognito unterwegs

Getönte Autoscheiben sind nicht nur was für Staatskarossen und getunte Muscle Cars. Die Folien zum Scheiben tönen haben einiges zu bieten. Wir haben den Praxistest gemacht und geben Tipps, worauf zu achten ist.

Jeder ist genervt, der hinten im Auto sitzt und der prallen Sonne quasi schutzlos ausgeliefert ist. Die Kleinen in ihren Kindersitzen ganz besonders. Dabei gibt es dafür eine Lösung, die im Vergleich zu getönten Scheiben ab Werk günstiger und auch effektiver ist: Autoscheiben tönen per Folie.

Das Wärmethermometer zeigt, wie sehr Autofolien vor Sonneneinstrahlung von außen schützen.
Der Beweis: Tönungsfolien weisen enorm viel Wärmestrahlung ab. Durch den Sonnenschutz wird die Klimaanlage entlastet, was den Kraftstoffverbrauch senkt.

Aber Achtung: Beim Autoscheiben tönen sollte nur ein Profi ans Werk. So einer ist Denis Gauss, der seine Werkstatt GKT-Folientechnik in Stuttgart hat. Er weiß, wo und welche Folien erlaubt sind und hat mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung auch das nötige Know-how, die Folien passgenau auf die Scheiben zu bekommen.

Autofolie schützt mehrfach

In Deutschland darf man nur die Seitenscheiben ab der zweiten Sitzreihe und die Heckscheibe mit Tönungsfolie bekleben. „Wir achten genau auf die Qualität der verwendeten Materialien“, so Gauss. Autoscheiben tönen ist nicht nur ein effektiver UV- und Blendschutz, sondern verhindert auch, dass im Falle eines Unfalls herumfliegende Splittern die Insassen treffen. Denn diese bleiben an der Folie haften. Mit der Folie steigt auch die Stabilität des Glases, was Langfinger gar nicht mögen.

Die Tönungsfolie wird von außen an die Seitenscheibe angepasst.
Der Profi passt die Folie von außen an die Größe der Seitenscheibe an.

Welche Tönungsfolien es gibt

Einer der führenden Spezialisten in der Folienbranche ist die Firma Armolan. Bei GKT Folientechnik können Kund*innen zwischen zwei Sonnenschutzfolien wählen: Standard oder Premium. Hier unterscheidet man zwischen dem Grad der Verdunklung und der Licht– und Wärmerückweisung. Ein „Fühltest“ mit Infrarotlicht in der Werkstatt verdeutlicht die Unterschiede zwischen der metallisierten Folie (Standard) und der neuen Keramikfolie (Premium). Letztere ist zwar teurer, bietet aber den besten Gesamtschutz. Es ist deshalb wichtig, beim Kauf nicht nur auf den UV-Schutz zu achten, sondern auch auf einen hohen Grad der Energierückweisung. Die seit 2018 auf dem Markt zugelassene Keramikfolie hat durch die Nano-Keramik-Beschichtung zudem den Vorteil, dass kein Metall verbaut ist. Der Nutzer freut sich somit über uneingeschränkte GPS- und Funksignale.

Die Folie wird direkt auf der Scheibe auf Maß geschnitten.
Millimeterarbeit: Mit einem Cutter schneidet der Profi die Folie direkt auf dem Autoglas in die optimale Passform.
Die Autofolie wird auf der Innenscheibe in die exakte Position gebracht.
Die Autofolie wird auf der Innenscheibe in die exakte Position gebracht.

Guter Blendschutz

Klar ist: Autotönungsfolie verändert die Optik des Autos, aber nur, damit sich die Insassen noch geschützter und sicherer fühlen. Dabei kann der Halter die Folie dem Stil seines Fahrzeugs anpassen. Soll es jugendlicher sein, dann fällt die Wahl auf eine tiefschwarze Folie mit fünfprozentiger Lichtdurchlässigkeit. Vorteil hier: umso dunkler die Folie, desto größer der Schutz vor Neugierigen. Darf’s etwas familienfreundlicher sein, greift man zur helleren Variante, die nur 20 Prozent Licht durchlässt. „Gerade Familien mit Kleinkindern wissen den Blendschutz im Sommer und die Kühle im Innenraum zu schätzen“, weiß Gauss. Im Winter wird die Wärme entsprechend besser im Auto gehalten. Netter Nebeneffekt: Durch den Sonnenschutz wird die Klimaanlage entlastet, was den Kraftstoffverbrauch senkt. Da sind die Kosten – angefangen bei 200 Euro für drei Scheiben mit Standardfolie – doch gut angelegtes Geld.

Mit einem Schaber drückt der Profi die übrige Flüssigkeit zwischen Scheibe und Folie raus.
Damit es zu keinen Lufteinschlüssen kommt, drückt der Profi mit einem Schaber die übrige Flüssigkeit zwischen Scheibe und Folie hinaus.

Edle Optik

Der Termin steht, die Folie ist ausgewählt. Jetzt heißt es für Denis Gauss und seinen Mitarbeiter Hand anlegen. Schließlich will er innerhalb von zwei Stunden das Ergebnis präsentieren. Vollprofi eben. Zunächst werden die Autofenster gereinigt, um einen optimalen Halt zu gewährleisten. „Zugeschnittene Folien kommen für uns nicht in Frage. Wir passen sie individuell an die Scheiben an“, erklärt Gauss und schneidet gekonnt sicher die erste Folie für die Heckscheibe zurecht – freihändig auf der Außenscheibe! Der Kollege ist parallel an den Seitenscheiben zugange. Die Maße müssen stimmen. Vor dem Anbringen sprühen sie die Scheiben und die Folie mit einem Applikationsmittel ein, das einem Spülmittel ähnelt. Die Flüssigkeit deaktiviert den Kleber für kurze Zeit.

Seitenansicht Auto mit getönten Seiten- und Heckscheibe.
Die getönten Scheiben heben nicht nur die Optik des Fahrzeugs, sie sind vor allem ein effektiver Sicht-, Blend- und UV-Schutz.

Mit viel Fingerspitzengefühl bringen die Männer jede Folie einzeln von innen millimetergenau an den Autoscheiben an. „Sie dürfen die Scheiben jetzt zwei Wochen lang nicht öffnen, sonst droht ein Ablösen der Folie“, so Gauss. Für ein perfektes Ergebnis wird jede Scheibe unter Hitzeeinwirkung geprüft und geglättet. Zwei Jahre Garantie gibt er auf seine Arbeit. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Das Auto bekommt eine viel edlere Optik.

Vorteile von Tönungsfolien: sie sind günstiger und effektiver.
Fotos: Nikos Radis
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