Die Auszahlung der Umweltprämie kann länger dauern. Bild: SP-X

E-Autoprämie:
Auszahlung verzögert sich

Der Umweltbonus für E-Autokäufer und -käuferinnen wird auch 2022 noch ausgezahlt. Allerdings noch nicht im Januar. Derweil können Hersteller von E-Mobilen satte Zuwächse verbuchen.  

Die ersten Jahre dümpelte die Nachfrage nach der E-Auto-Förderung vor sich hin. Spätestens seit der jüngsten Erhöhung boomt die Kaufhilfe. Nun ist ein Meilenstein erreicht worden. Die Zahl der Umweltbonus-Anträge für E-Autos und Plug-in-Hybride hat die Millionen-Marke überschritten. Wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mitteilt, wurden zwischen der Einführung im Sommer 2016 und Ende Dezember 2021 insgesamt 1,045 Millionen Anträge gestellt, davon 82.437 im Dezember. Auf reine E-Mobile entfielen insgesamt 584.687 Anträge, 460.562 betrafen Plug-in-Hybride. Zudem wurde für 228 Brennstoffzellenautos Förderung beantragt.

Geduld ist gefragt

Die Auszahlung bereits gewährter E-Auto-Prämien verzögert sich allerdings aus formalen Gründen. Zwischen dem Kassenschluss Mitte Dezember 2021 und der Verfügbarkeit neuer Haushaltsmittel im Jahr 2022 müssen Antragsteller mit erhaltenem Zuwendungsbescheid Geduld haben, wie das zuständige BAFA mitteilt. Wenn Ende Januar/Anfang Februar das neue Haushaltsjahr beginnt, wird der Betrag automatisch von der Bundeskasse Trier überwiesen. 

Mit Stromern an die Spitze

Die Absatzzahlen von E-Mobilen steigen indes. Bei den Stromern legte E-Auto-Hersteller Tesla 2021 in Deutschland kräftig zu. Aber auch andere Marken waren Gewinner – darunter auch eine kleine japanische, die ganz ohne E-Mobile auskommt. Hier die fünf größten unter den Herstellern mit mehr als 0,5 Prozent Marktanteil. 

Tesla – plus 137,9 Prozent (39.714 Neuzulassungen)

Die größten Zuwächse unter den Marken mit mindestens einem Prozent Marktanteil hatte 2021 Tesla. Der US-E-Autohersteller hat mit dem Model 3 sein erstes Volumenmodell auf einen Markt gebracht, der von hoher Stromer-Nachfrage und gleichzeitig schlechter Liefersituation geprägt ist. Weil die Kalifornier deutlich weniger unter dem branchenweiten Chipmangel leiden als die meisten anderen Hersteller, konnten sie in die Bresche springen. Knapp 40.000 Fahrzeuge entsprechen einem Plus von 137,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Marktanteil von 1,5 Prozent spielt die Marke mittlerweile in einer ähnlichen Liga wie Citroen, Volvo oder Dacia. Im laufenden Jahr dürfte sich der Trend verstärken, wenn die ersten Model 3 und Model Y aus deutscher Produktion auf die Straße kommen. 

Tesla zählt zu den großen Gewinnern. Bild: Tesla Motors
Tesla zählt zu den großen Gewinnern. Bild: Tesla Motors

Smart – plus 49,7 Prozent (24.023 Neuzulassungen)

Die Nachfrage nach elektrischen Kleinstwagen ist riesig, das Angebot klein. Zu den wenigen Marken mit einem passenden und lieferbaren City-Stromer zählt Smart. Die Daimler-Tochter hat mit dem Zweisitzer Fortwo und dem Viersitzer Forfour sogar zwei Modelle im Programm, die dank der Umweltprämie weniger als 15.000 Euro kosten. Im Privat-Leasing waren sie zeitweise zu zweistelligen Monatsraten zu bekommen. Die perfekten Öko-Zweitwagen für Stadtbewohner also. Leider nimmt Smart die Minis nun zugunsten eines wohl deutlich teureren E-Crossovers aus dem Programm, wodurch das Angebot an günstigen Stromern noch einmal schrumpft. 

Suzuki – plus 22,1 Prozent (27.366 Neuzulassungen) 

Die japanische Kleinwagenmarke zeigt, dass man auch heute noch ohne E-Autos erfolgreich sein kann. Die Allradspezialisten können das mit ihren kleinen 4×4-Modellen ausgleichen, allen voran der Vitara und der im Kleinstwagensegment einzigartige Ignis. Auch der Swift bleibt trotz allgemein verhaltener Kleinwagen-Zulassungen gefragt. Ebenfalls leicht im Plus ist als einziges Auto mit alternativem Antrieb der Swace, den Suzuki inklusive seiner Hybridtechnik bei Toyota einkauft. Dass die Strategie zur Senkung des eigenen CO2-Ausstoßes Grenzen hat, zeigt der auf dem Toyota RAV4 basierende Across, der gegenüber dem Vorjahr verliert. Künftig wollen die Japaner den zugekauften Hybridantrieb daher auch in eigenen und entsprechend eigenständigeren Modellen anbieten. 

Opel – plus 10,7 Prozent (161.852 Neuzulassungen) 

Unter den großen Marken mit mehr als fünf Prozent Marktanteil ist Opel der Gewinner des Jahres. Vor allem die stabile Nachfrage nach den diversen SUV der Marke stützte die Statistik der Rüsselsheimer. Dazu kam ein 18-Prozent-Plus beim Mittelklassemodell Insignia, das unter anderem auf attraktive Rabatte zurückzuführen sein dürfte. Nicht zuletzt hat der Volumenbringer Corsa zwar leicht eingebüßt, aber nur rund halb so stark wie die gesamte Kleinwagenklasse. In der Gesamtjahresbilanz könnte es diesmal für einen ersten Platz des gerade neu aufgelegten Stadtautos reichen. Die Aussichten für das kommende Jahr sind ebenfalls gut – mit dem ab Anfang 2022 erhältlichen neuen Astra dürfte ein weiteres Plus drin sein. 

Porsche – plus 9,9 Prozent (28.925 Neuzulassungen) 

Der Elfer läuft immer (plus 8,1 Prozent zwischen Januar und November). Da stört es in Zuffenhausen auch nicht sehr, dass 2021 die erfolgsverwöhnten SUV Cayenne und Macan weniger gefragt waren als im Vorjahr. Vor allem, da mit dem Taycan ein neuer Absatzmotor im Programm ist: Die E-Limousine legte in den ersten elf Monaten um mehr als 50 Prozent zu, mit über 4.000 Zulassungen lag sie deutlich vor dem ähnlich positionierten Verbrenner-Modell Panamera. Und das ohne Hilfe der Umweltprämie, für die der Reisesportler deutlich zu teuer ist. Ganz offenbar ist das Wagnis E-Mobilität bei Porsche in Deutschland also geglückt. Dabei könnte allerdings auch eine Rolle spielen, dass Tesla den Import des Model S im vergangenen Jahr mehr oder weniger eingestellt hat und der Mercedes EQS zu spät auf den Markt kam.

Der Anstieg der Neuzulassungen von E-Autos hat Auswirkungen auf die Dieselfahrzeuge. Sie verloren 2021 auf Europas Pkw-Markt weiter an Bedeutung. Im August des vergangenen Jahres mussten sie die E-Mobile vorbeiziehen lassen. https://www.motusmagazin.de/aktuelles/elektro-antriebe-verdraengen-diesel/

Titelbild: SP-X
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