Don’t call
it Auto

Der Opel Rocks-e zaubert den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht. Wo auch immer wir auf unserer Testfahrt für Fotos Halt machen, sprechen uns Passanten an. Er ist aber auch knuffig, der elektrische Würfel, mit dem schon 15-Jährige mit dem AM-Führerschein fahren dürfen.

Ein Auto ist der Rocks-e allerdings nicht. Eher ein E-Roller mit vier Rädern und einem Haus aus Plastik drumherum. Schließlich nennt der Hersteller selbst das Gefährt ein Leichtkraftfahrzeug. Er möchte damit die Mobilität vor allem in den Städten stärken. Für Überlandfahrten bietet sich der winzige Stromer ohnehin nicht an. Denn mit einer Reichweite von 75 Kilometern kommen wir nicht allzu weit, bevor die Anzeige auf dem überschaubaren Display nach der nächsten Steckdose ruft.

Jede Menge Ablage

„Steigt man da ein, oder zieht man sich den an?“, scherzt ein neugieriger Zeitgenosse, als wir auf einem Parkplatz einen Stopp einlegen. Dabei entpuppt sich der Rocks-e als kleines Raumwunder. Er wirkt innen deutlich größer, als er von außen aussieht. Im Zweisitzer hat ein kleiner Koffer im Fußraum des Beifahrers Platz. Da muss er auch hin. Einen Kofferraum gibt es nämlich nicht. Als Radio und Navi muss das Smartphone herhalten, verbunden mit einem portablen Bluetooth-Lautsprecher. In der Ablage findet alles seinen Platz. Ein nicht allzu leistungsfähiges Gebläse soll die Frontscheibe vorm Beschlagen schützen. Zur Sicherheit liegt aber in der Türablage noch ein Schwamm. Und im Winter empfiehlt sich eine warme Jacke für die Fahrt mit dem Rocks-e.

Die Klappfenster erinnern an den 2CV von Citroën.

Citroën hat’s erfunden

Der Rocks-e ist baugleich mit dem Citroën Ami. Das erklärt wohl auch die Klappfenster, die an den französischen 2CV – die Ente – erinnern. Der E-Würfel sieht von hinten wie von vorn gleich aus. Um Kosten zu sparen, hat der Hersteller viele gleiche Teile an Front und Heck verwendet. Inklusive der Türen, die gegenläufig öffnen.

Wenig Sicht

Ein Manko ist der Außenspiegel. Er lässt sich zwar passend auf den Fahrer oder die Fahrerin einstellen. Die Klappscheibe geht allerdings nur dann wieder zu, wenn ich ihn vorher wieder verstelle. Und der Rückspiegel reicht, um sich den Lidstrich nachzuziehen. Ordentliche Sicht nach hinten bietet das kleine Rechteck aber nicht.

Testfahrerin Marcella "füttert" den Rocks-e an der Ladesäule mit Strom.

Ganz schön laut

Ablagen gibt es im Rocks-e zur Genüge. Der Kaffee to Go sollte jedoch nur mit Deckel transportiert werden. Bei der harten Federung schwappt er sonst leicht über. Der kostensparenden Produktion ist wohl auch die mangelnde Dämmung geschuldet. Wenn ich Vollgas gebe, muss ich meinen Beifahrer fast schon anschreien, damit er mich beim maximalen Tempo von 45 Stundenkilometern verstehen kann.

Nicht förderfähig

Der Rocks-e ist auf jeden Fall ein Spaßmobil. Doch das Vergnügen hat seinen Preis. Fördermittel gibt es für den kleinen Hüpfer nicht. Da sind knapp 8.000 Euro für die Basis-Version schon eine Ansage.

Weitere Testfahren findet ihr hier: https://www.motusmagazin.de/mobilitaet/testfahrt-peugeot-e2008/

Knuffig ist der Rocks-e auf jeden Fall.
Bilder: Thomas Hörner
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