Eine Person füllt frisches, goldenes Motoröl aus einer Flasche in den Öleinfüllstutzen eines Motors.

Motoröl:
Am besten das Beste

Welches Motoröl tut meinem Auto gut? Die Frage ist nicht schwierig zu beantworten, wenn man sich ein wenig mit der Materie beschäftigt.

Olivenöl, sagen Ernährungsexperten, ist supergesund. Seine Fettsäuren regulieren die Cholesterinwerte, einige Inhaltsstoffe wirken antioxidativ. Studien zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Olivenöl das Risiko für Herz-Kreislauf-­Erkrankungen senken kann. Steht man dann vor dem Supermarktregal, ist die Auswahl allerdings überwältigend: Welches nehmen? Das teuerste vielleicht, oder das mit dem hübschesten Etikett? Oder tut es nicht auch ein billigeres? Ist ja schließlich überall Olivenöl drin.

Beim Motoröl ist die Wahl einfacher: ein Markenprodukt nehmen, keinen Billigheimer. Denn moderne Motoren sind ausgewiesene Feinschmecker, denen Qualität über alles geht. Und das aus gutem Grund: Öl ist das Lebenselixier des Motors. Es sorgt dafür, dass die vielen beweglichen Teile reibungsfrei zusammenarbeiten und dabei nicht verschleißen. Motoröl ist ein Saubermann, der Verbrennungsrückstände löst und in der Schwebe hält. Auch Treibstoffreste und Wasser gelangen im täglichen Betrieb in den Ölkreislauf. Ein gewisser Teil davon kann ausdünsten, die übrigen Kontaminationen werden von Additiven gebunden und im Öl gehalten. Weil Motoren je nach Hersteller und Modell sehr unterschiedlich konstruiert sind, müssen Öle speziell auf den individuellen Motorentyp abgestimmt sein, damit sie perfekt funktionieren.

Auf Herstellerfreigabe achten

Einen Ölwechsel überlässt man am besten der Werkstatt. Doch den Ölstand sollte man regelmäßig selbst kontrollieren und bei Bedarf Motoröl nachfüllen. Oliver Kuhn, Teamleiter Anwendungstechnik beim Hersteller Liqui Moly, der Motoröle, Spezial-Additive und Pflegeprodukte anbietet, hat dazu einige wertvolle Tipps: „Man sollte unbedingt darauf achten, dass das Nachfüll-Öl identisch mit dem im Motor ist. Zumindest sollte es eine Herstellerfreigabe haben.“

Wichtig ist zunächst, die richtige Ölsorte, beispielsweise 0W-20, auszuwählen. Die vermerkt die Werkstatt in der Regel auf einem Etikett im Motorraum, das auch angibt, wann das Öl zuletzt gewechselt wurde. Zweitens schaut man im Zubehörmarkt auf dem ­Etikett der Öl-Flaschen oder -­Kanister nach, ob das Öl eine Freigabe vom Hersteller des Fahrzeugs hat oder der Ölhersteller es für dieses Fabrikat empfiehlt. Beispielsweise könnte ein Öl der SAE-Klasse 0W-20 nur für Benzinmotoren geeignet sein, während man selbst das empfohlene Öl für ein Dieselfahrzeug mit Partikelfilter sucht. Noch einfacher ist es, vor dem Einkauf den Online-Ölwegweiser von Liqui Moly zu besuchen: (www.liqui-moly.com). Dort findet man mit wenigen Klicks das passende Öl für seinen Pkw.

„Die Herstellerfreigabe ist deshalb so wichtig“, erläutert Oliver Kuhn, „weil das Motoröl speziell auf dieses Fabrikat abgestimmt ist.“ In einem Motor mischen sich viele verschiedene Materialien, und bei vielen neueren Verbrennungsmotoren läuft auch der Zahnriemen im Ölbad. „Das muss alles zusammenpassen; beispielsweise hat das Öl dann auch die Aufgabe, den Zahnriemen zu pflegen und ihn vor chemischen Reaktionen mit Verbrennungsrückständen, Kondenswasser oder Treibstoff zu schützen.“

Porträt von Oliver Kuhn, Teamleiter Anwendungstechnik, mit einem Experten-Statement zum Thema Motoröl.
Experte Oliver Kuhn (Liqui Moly) betont: Die Herstellerfreigabe ist entscheidend für die Langlebigkeit des Motors.

Viel Aufwand, damit es läuft wie geschmiert

Freigegebene Öle sind zuvor ausgiebig im Labor und in Motoren getestet worden. „Die Fahrzeughersteller und wir als Ölproduzent investieren viel Zeit und Kosten in diese Tests und Freigaben. Das Ziel ist, dass Motoren über ihre gesamte Lebensdauer sicher geschmiert werden, der Verschleiß minimal bleibt und bestmögliche Verbrauchswerte erreicht werden.“ Der Aufwand für den Weg zum perfekten Öl erklärt dann auch seinen höheren Preis gegenüber No-­name-Produkten.

Neuere Pkw wollen meist mit einem Öl der Viskositätsklasse ­0W-20 am Laufen gehalten werden. Die Zahl vor dem „W“, der Buchstabe steht für Winter, zeigt die Fließfähigkeit bei Kälte an (Siehe Info-Element). Je kleiner die Ziffer, desto dünnflüssiger ist das Öl bei niedrigen Temperaturen, was den Motor schneller schmiert. Die Angabe
nach dem Bindestrich steht für die Dickflüssigkeit des Motoröls bei einer Betriebstemperatur von etwa 100 Grad Celsius. „Die Klasse 0W-20 ist im Sinn der Fahrzeughersteller gut, weil ein Motor weniger Treibstoff verbraucht, wenn das Öl leichtgängiger ist. Je niedriger der Verbrauch, desto geringer die Emissionen“, sagt Öl-Experte Kuhn. Das richtige Motoröl unterstützt die Autoindustrie also auch dabei, ihre CO2-Grenzwerte einzuhalten.

Rezepturen mit ausgewählten Zutaten

Den Motor sicher zu schmieren bedeutet, seine beweglichen Teile vor Reibung zu schützen. Würde der Ölfilm reißen, könnten Motorkomponenten aneinander reiben. Die Folge wäre eine starke Überhitzung und schlimmstenfalls ein Blockieren. Um das zu verhindern, braucht es spezialisierte Helfer: Additive. Denn Motoröl ist nicht einfach eine Mischung verschiedener Grundöle, sondern ihm werden auch chemische Zutaten mit jeweils eigenen Aufgaben beigegeben: Reinigung, Verschleißschutz, Alterungsschutz und sogenannte Viskositätsverbesserer, die den Ölfilm stabilisieren.
Das Zusammenwirken aller dieser Komponenten sorgt für eine verlässliche Schmierung auch bei hohen Laufleistungen. Vor etwa 40 Jahren waren Ölwechsel je nach Modell alle 5.000 bis 10.000 Kilometer üblich, also etwa im Jahresrhythmus. Heute sind Ölwechselintervalle von 30.000 Kilometern problemlos möglich. Immer unter der Voraussetzung, dass ein Marken-Motoröl mit Herstellerfreigabe am Werk ist.

Eine Auswahl an Additiv-Dosen (z.B. Motor Protect, Oil Additive) zur Optimierung des Ölkreislaufs.
Die Spezialisten: Additive dienen als Problemlöser bei hohem Ölverbrauch oder zur inneren Motorreinigung.

Additive als spezialisierte Problemlöser

Im Zubehörhandel findet sich neben den Motorölen auch eine ganze Palette von Additiven, die man teils in den Ölbehälter, teils in den Treibstofftank gibt. Sie sind gewissermaßen die Super-Experten im Sortiment von Herstellern wie Liqui Moly. Sie unterstützen das Motoröl bei der Lösung spezieller Probleme, beispielsweise erhöhtem Ölverbrauch, der bei Motoren mit hoher Laufleistung auftritt, bei Ölverlust infolge von Dichtungsverschleiß, oder sie reinigen den Motor und die Verbrennungsräume von innen. Nicht jede Werkstatt bietet ihren Kunden aktiv an, es einmal mit einem Spezial-Additiv zu versuchen – es empfiehlt sich daher, selbst auf das Servicepersonal zuzugehen und zu fragen, ob ein Additiv dem Auto guttun könnte. Rat kann man sich auch beim Team der Anwendungstechnik von Liqui Moly holen. In Deutschland ist das Servicetelefon mit der Nummer 0800 8 32 32 30 gebührenfrei.

Etwas Vergleichbares zu den aufwändigen Labor- und Motorenprüfstandtests und der schwarz auf weiß dokumentierten Herstellerfreigabe für Öle und Additive existiert bei Lebensmitteln nicht. Und so kommen Testmagazine immer wieder zum erstaunlichen Ergebnis, dass Olivenöle nicht halten, was man sich von ihnen verspricht. Selbst die Qualitätsstufe „nativ extra“, ein ambitionierter Preis und eine solide Herkunft aus dem Mittelmeerraum sind keine sichere Gewähr für Top-Qualität. Ganz anders als bei Motorölen der namhaften Marken.

Verschiedene Ölproben in Laborgläsern während einer Qualitätsprüfung im Entwicklungslabor.
Hightech im Glas: Bevor ein Öl die Freigabe erhält, muss es aufwendige Tests in Laboren und auf Motorenprüfständen bestehen.

W wie Wissen

Eine der wichtigsten ­Angaben auf Ölflaschen und -Kanistern im ­Handel ist die sogenannte Viskositätsklasse, die aus einer Chiffre wie „5W-30“ besteht. Viskosität beschreibt die Zähflüssigkeit eines Mediums. Je höher die Zahl, desto zähflüssiger ist das Öl. Diese Viskositätsklasse muss beim Nachfüllen unbedingt identisch mit dem übrigen Öl im Ölbehälter sein, denn der Fahrzeughersteller hat seinen Motor dafür optimiert. Signalisiert das Auto auf der Fahrt in den Urlaub mit einem Warnsymbol allerdings einen akut niedrigen Ölstand, ist es besser, ein nicht exakt passendes Motoröl nachzufüllen als mit zu wenig Öl weiterzufahren. In diesem Fall sollte möglichst bald das gesamte Öl gewechselt werden.

Die erste Zahl plus das „W“ für „Winter“ geben die Kaltstarteigenschaften an. Ein Öl mit 5W ist bei minus 30 Grad Celsius startfähig. Jede Verschiebung dieser Zahl um den Faktor 5 verschiebt die Kaltstartfähigkeit um 5 Grad: Ein Öl mit 0W lässt sich also bei minus 35 Grad starten. Die zweistellige Zahl nach dem „W“ beschreibt die Viskosität bei der idealen Öl-Betriebstemperatur von etwa 100 Grad. Ein Öl der Klasse 0W-20 ist also insgesamt dünnflüssiger als ein Öl mit der Angabe 5W-30.

Bei aktuellen Fahrzeugmodellen sind ­0W-20-Öle weit verbreitet, ältere Autos nehmen noch 5W-30 zu sich. 10W-40 ist heute ein typisches Motorenöl für Youngtimer, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Die dünnflüssigeren Öle sind gut für niedrigeren Treibstoffverbrauch und infolgedessen weniger Abgasemissionen; ihre guten Schmiereigenschaften erhalten sie durch spezielle Additive, unter anderem sogenannte Friction Modifier. Fahrzeughersteller und Ölproduzenten arbeiten an noch geringeren Viskositäten, um weiter am Schräubchen Verbrauch und Emissionen drehen zu können.

in fachgerechter Ölwechsel schützt euren Motor vor teuren Schäden und sichert den Werterhalt eures Autos. Überlasst den Service daher am besten den Profis: Findet hier im Handumdrehen eine zuverlässige Werkstatt in eurer Nähe und vereinbart euren nächsten Termin!

Titelbild: AdobeStock/davit85 || Alle anderen Bilder: Liqui Moly
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