Der Spurhalteassistent ist ein Fahrerassistenzsystem

Spurhalteassistent:
einfach nur geradeaus

In der richtigen Spur zu bleiben, ist manchmal gar nicht so einfach. In modernen Fahrzeugen bekommen Fahrer deshalb Unterstützung vom Spurhalteassistenten.

Der Spurhalteassistent ist die Zahnzusatzversicherung unter den Assistenzsystemen: Meistens hofft man, dass man zurechtkommt, ohne darauf vertrauen zu müssen. Gelegentlich nervt er sogar. Aber wenn es drauf ankommt, ist der Vorteil gewaltig.

Ein echter Wachmacher 

Der Vorteil des Spurhalteassistenten ist – zugegeben – mehr wert als ein paar Hundert Euro für eine neue Zahnkrone: Er kann Leben retten. Seine Aufgabe ist es, den Fahrer zu warnen, wenn er ungewollt eine Fahrspur verlässt – etwa, weil er unaufmerksam oder gar eingeschlafen ist. Die Art und Weise, wie er den Fahrer wachrüttelt, ist von Modell zu Modell unterschiedlich: mal mit einem Warnton, mal mit einem vibrierenden Lenkrad oder Fahrersitz. Nur: Woher weiß der Assistent, dass ein Spurwechsel ungewollt ist? 

Bewusst oder unbewusst? 

Klar ist: Wer den Blinker setzt, möchte bewusst die Spur wechseln. Bei vielen Systeme erfassen zudem Sensoren am Lenkrad, ob der Fahrer eine aktive Lenkbewegung macht. In beiden Fällen warnen Spurhalteassistenten den Fahrer üblicherweise nicht. In allen anderen Situationen ist kompliziertes Zusammenspiel aus Sensoren oder Kameras und Mini-Computern nötig, damit der kleine Fahrhelfer fehlerfrei funktioniert.

Beim Spurhalteassistenten erfassen Kameras oder Sensoren die Fahrspur vor dem Fahrzeug.
Beim Spurhalteassistenten erfassen Kameras oder Sensoren die Fahrspur vor dem Fahrzeug. (Bild: SKODA AUTO Deutschland GmbH)

Kamera vs. Sensor 

Bei den meisten Systemen sitzt hinter der Windschutzscheibe eine Kamera, welche die Fahrt aufzeichnet. Die Kamera schickt die Bilder an einen Computer, der sie dann in Sekundenbruchteilen analysiert: Wie hat sich die Position des Fahrzeugs im Vergleich zum vorherigen Bild verändert? In welchem Winkel steht das Fahrzeug zur Fahrbahnmarkierung? Ist der Mindestabstand zur Markierung erreicht? Je nach Ergebnis schlägt der Assistent Alarm. Ein anderes System setzt auf Infrarot-Sensoren am Unterboden des Fahrzeugs. Diese scannen während der Fahrt die Fahrbahn. Auch hier berechnen Computer, ob und wie sich die Position des Fahrzeugs in Bezug auf die Fahrbahnmarkierung verändert. Ob Kamera oder Sensor: Moderne Systeme sind so smart, dass sie auch mit unterbrochenen Fahrbahnmarkierungen keine Probleme haben.

Porsche: Grafik mit Sicht aus dem Cockpit auf die Fahrbahn.
Moderne Spurassistenten unterstützen den Fahrer im Notfall mit autonomen Lenkbewegungen. (Bild: Porsche AG)

Autonom unterwegs 

Mittlerweile gibt es zahlreiche technische Weiterentwicklungen: Die verbreitetste ist der aktive Spurhalteassistent. Er beschränkt sich nicht darauf, den Fahrer zu warnen, sondern lenkt im Notfall automatisch gegen. Damit das geschieht, gibt es allerdings Voraussetzungen: So muss der Fahrer beispielsweise Kontakt zum Lenkrad haben, damit er die automatische Lenkbewegung spürt. Noch eine Stufe weiter – fast schon in Richtung autonomes Fahren – geht die Spurhalteunterstützung: Sie hält das Fahrzeug durch permanentes Mitlenken automatisch in der Spur. Mehr Komfort auf der Straße? Geht kaum. 

Zum aktiven Spurhalteassistenten gibt es auf YouTube einige Erklärungsvideos – beispielsweise zum Lane Assist von VW.


Video wird von Youtube geladen
Titelbild: gettyimages/ Ueli Frischknecht-EyeEm
Zurück zur Startseite

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top