Ein Auto lädt an einer Schnellladestation.

Ausbau von Ladesäulen:
EU auf der richtigen Spur

Die Ladeinfrastruktur in der EU wächst heute schnell genug, um mit dem Bestand an E-Autos mitzuhalten. Das macht Reisen mit dem Stromer innerhalb Europas deutlich planbarer als noch vor wenigen Jahren. Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial bei der Länderverteilung und den politischen Vorgaben.

Gute Nachrichten für den Sommerurlaub! Wer innerhalb der EU verreist, kommt mit dem Stromer weiter als gedacht. Der Grund: Die Ladeinfrastruktur in der Europäischen Union wächst kontinuierlich. Eine aktuelle Studie der Umweltdachorganisation Transport & Environment belegt: Fast alle Mitgliedstaaten erfüllen die EU-Vorgaben für den Ausbau der Ladeinfrastruktur – und sind auf das wachsende Verkehrsaufkommen von E-Autos gut vorbereitet.  

Millionenmarke geknackt

Für eure Reiseplanung bedeutet das: Die Sorge, im Ausland ohne Saft liegenzubleiben, ist endlich passé. So knackte die EU bereits im vergangenen Jahr die Millionenmarke für öffentliche Ladepunkte. Grundlage für die positive Entwicklung ist das EU-Gesetz zur Ladeinfrastruktur (AFIR): Alle Mitgliedstaaten müssen für jedes batterieelektrische Fahrzeug eine öffentliche Ladekapazität von mindestens 1,3 Kilowatt bereitstellen. Diesen Wert übertreffen – mit Ausnahme von Malta – alle EU-Länder.

Im Westen läuft’s am besten

In den westeuropäischen EU-Staaten schreitet der Ausbau am stärksten voran. Die Niederlande, Frankreich und Deutschland machen zusammen rund 61 Prozent aller öffentlichen Ladepunkte in der EU aus. Der positive Trend macht sich auch auf vielbefahrenen Reiserouten in Richtung Küste, Alpen oder Mittelmeer bemerkbar. Besonders auf europäischen Fernstraßen stehen Schnellladesäulen in kurzen Abständen bereit. Vor allem auf Strecken, die über Landesgrenzen führen, wird der Ladestopp zusehends einfacher, planbarer und alltagstauglicher.

Potenzial in Spanien und Bulgarien

Trotz der positiven Gesamtentwicklung bleibt regional noch Luft nach oben. Plant ihr beispielsweise einen Roadtrip nach Spanien oder Bulgarien, solltet ihr eure Route vorab genau prüfen: Abseits großer Reiserouten und Ballungsräume zeigt das Ladenetz noch Lücken, die Betreiber und Politik in den kommenden Jahren jedoch schließen wollen.

Schnellladestation an der spanischen Küste.
Oft an der Küste, seltener im Landesinneren anzutreffen: Schnellladestationen in Spanien (Bild: Adobe Stock/Tetyana).

Zahlen, Zweifel, Zeitaufschläge

Das größte Manko sieht die Studie allerdings bei der Benutzerfreundlichkeit und bei der Preistransparenz. Ihr erkennt leider nicht immer auf den ersten Blick, welche Kosten beim Laden tatsächlich auf eurer Rechnung landen. Grund dafür ist, dass viele Anbieter ihre Tarife, Zeitaufschläge und Zusatzgebühren nach wie vor unterschiedlich ausweisen. Besonders auf Auslandsreisen erschwert euch das den schnellen Preisvergleich an der Säule.

Titelbild: Adobe Stock/Robert Poorten 
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