Der Citroën C4 Spacetourer verspricht Raumschiff-Feeling und kommt dann doch ganz anders daher.

C4 Spacetourer –
Völlig losgelöst?

Der Citroën C4 Spacetourer verspricht Raumschiff-Feeling und kommt dann doch ganz anders daher. Ein Raumschiff? Eher ein Schiff mit ordentlich Raum!

Ich steige ein und fühle mich ganz leicht: Rund um mich herum sind Glasflächen. Man hat ein bisschen den Eindruck, in einer fliegenden Untertasse zu sitzen. Die Sicht von der Kommandobrücke des Spacetourers ist beeindruckend. Das Cockpit ist sehr luftig gestaltet, man hat viel Bewegungsfreiheit. Ich fahre den Sitz weiter hoch und stelle mir vor, wie ich über die Straßen schwebe. Gleich hebe ich ab. Ich starte beflügelt den Motor, trete aufs Gas – und komme ganz schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück. Die Kombilimousine schiebt sich etwas träge durch den zähen Verkehr. Ich stehe im Stau, wie alle anderen. Auch wenn es sich vorhin noch so angefühlt hat, einfach davon fliegen geht mit dem Spacetourer nicht. Hach ja.

C4 Spacetourer Innenraum
Rundumsicht ins Weite

Na gut, dann fahre ich eben. Am liebsten bin ich natürlich in Gesellschaft unterwegs. Auf den Vordersitzen und im Fond haben es alle komfortabel. Und bei Bedarf schiebe ich die hintere Sitzreihe nach vorn und tausche ich die Beinfreiheit hinten gegen noch mehr Stauraum. Dabei ist der Kofferraum ohnehin schon recht groß mit seinen mehr als 500 Litern. Es sei denn, ich baue noch die beiden Notsitze ein. Dann passen sogar sieben Personen in den Spacetourer – allerdings dürfen die dann kein Gepäck mehr mitbringen.

Innen gemütlich: Das nenne ich Beinfreiheit!
Das nenne ich Beinfreiheit!

Zum allgemeinen Raumschiff-Feeling im C4 Spacetourer tragen auch die zwei großen Displays bei, die das Armaturenbrett bestimmen. Analog war gestern, hier sind alle Anzeigen digital, wie es sich in einem Spaceshuttle gehört. Die Steuerung von Navi, Radio, Klimaanlage und Co ist einfach. Aber wozu die vielen Knöpfe am Lenkrad da sind, finde ich während der Testfahrt nur teilweise heraus.

C4 Spacetourer Lenkrad
Bei dem Überangebot werde ich beinahe kopflos, aber bestimmt nicht knopflos.

Ich schalte mit einem kleinen Hebel rechts oben hinter dem Lenkrad. Das heißt, in der Mitte ist kein Schaltknüppel. Dort gibt es auch keine Handbremse. Ich habe nur noch einen Schalter unter dem Display, das ist die Feststellbremse. Sonst ist in der Mittelkonsole nichts außer Stauraum – das ist angenehm. Hinter einer Klappe verstecken sich noch diverse Anschlüsse: Zigarettenanzünder, USB und sogar eine ganz normale Steckdose gibt es dort. Vielleicht für den Rasierapparat, falls der Space-Commander es morgens einmal besonders eilig hat.

Rückfahrkamera und Parkassistent und ihre Anzeige auf dem Display verstehe ich intuitiv, ich brauche sie aber auch: Die Fernsicht aus meinem Kreuzer ist hervorragend, im näheren Umfeld ist der Spacetourer allerdings nur bedingt übersichtlich. Obwohl ich gefühlte zwei Meter über dem Asphalt schwebe, kann ich nur raten, wo die Motorhaube aufhört. Auch nach hinten sieht man nicht besonders viel – wie bei eigentlich allen neuen Automodellen, egal von welcher Marke. Außerdem bleibe ich mit der Sonnenbrille an den Seitenteilen der Kopfstütze hängen, wenn ich versuche, den Kopf zu drehen, um aus dem Rückfenster zu gucken. Also lieber mit dem Display arbeiten.

C4 Spacetourer Armatur nah
Der Einparkassistent und die Rückfahrkamera sind mehr als hilfreich.

Fazit

Der Eindruck von endloser Leichtigkeit mit dem Spacetourer verfliegt zwar wieder, wenn man aufs Gaspedal tritt. Das macht aber nichts. Wer sich einen solchen Wagen zulegt, erwartet ja auch keinen Sportwagen, sondern ein praktisches Familienauto. Und das bekommt man: Der Spacetourer mag aussehen wie ein Raumschiff. Letztlich ist er aber eher ein Straßenkreuzer mit viel Raum für die ganze Familie.

Blick durch die Heckscheibe
Katharina Weik

weiß viel Platz im Auto sehr zu schätzen.

Bilder: Benjamin Krohn
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