Aufgefaltet,
fertig, los

Das israelisches Start-up City Transformer bringt einen Kleinstwagen heraus, der auf einen Motorrad-Parkplatz passt. Der Clou: Ein Klappmechanismus lässt den CT-1 auf einen Meter Breite schrumpfen.

Das faltbare E-Auto feierte bei der IAA 2021 in München Weltpremiere. Nun steht ein Termin für den Verkauf fest: Ab 2024 soll der CT-1 in Europa vom Band rollen. Und der Hersteller hat keinen geringeren Anspruch, als den urbanen Verkehr so richtig aufzumischen.

Die Türen schwingen nach vorn oben auf.

Die Idee zum unkonventionellen Faltauto stammt von Erfinder und City Transformer-Chef Asaf Formoza. In seine Garage in Tel Aviv passte ein normaler Kompaktwagen und daneben sein Motorrad, berichtet der Tüftler. Am Bike hatte Formoza allerdings nie so richtig Freude. Im Winter zu nass, im Sommer kochte es unterm Helm. Und den Kleinsten damit in die Kita bringen – zu unsicher. Die Lösung wäre ein vollwertiges Auto, aber eben nur einen Meter schmal. Ein Smart kam da nicht in Frage, denn der misst 1,5 Meter in der Breite. Also erfand Formoza sein eigenes Gefährt: 1,58 Meter hoch, 2,50 Meter lang – und eben nur einen Meter schmal.

1,58 Meter hoch, 2,50 Meter lang – und eben nur einen Meter schmal - das ist der City Transformer CT-1 Prototyp.

Tricky, tricky

Um auf diese Maße zu kommen, hat sich Formoza ab Tempo 30 einen Trick hat patentieren lassen: Die beiden Stahlträger links und rechts im Rahmen, an denen die Räder aufgehängt sind, lassen sich dann auf Knopfdruck elektrohydraulisch um je 25 Zentimeter ausfahren. Die breitere Spur soll so eine sicherere Straßenlage auch bei höheren Geschwindigkeiten ermöglichen. Bis zu 90 Stundenkilometer sind beim CT-1 drin. Und die Reichweite von 180 Kilometern soll das Auto auch für Vorstadt-Pendler attraktiv machen. In 3,5 Stunden ist der Akku an einer Haushalts-Steckdose wieder vollgeladen. Am Schnelllader dauert es 20 Minuten.

Im Cockpit liefern zwei kleine Bildschirme alle wesentlichen Infos, Infotainment und Verbindung zu Apps und den üblichen Diensten.

Komfort gibt’s auch im kleinsten Wagen

Die beiden Sitze, im CT-1 hintereinander, bieten auch größer gewachsenen Menschen genügend Platz. Im Cockpit liefern zwei kleine Bildschirme alle wesentlichen Infos, Infotainment und Verbindung zu Apps und den üblichen Diensten. Im Vergleich zu anderen Zwergen wie dem Opel Rock-e  oder dem Renault Twizy, bietet der City Transformer deutlich mehr Komfort – etwa eine Klimaanlage oder eine Rückfahrkamera samt Parksensoren.

City Transformer standhafter als er aussieht

Obgleich der CT-1 aussieht, als ob ihn eine Böe umweht könnte, bringen auch flotte Spurwechsel die Karosse kaum zum Neigen. ABS und ESP halten allzu ambitioniertes Flitzen im Zaum. Der niedrige Schwerpunkt – unten Akkupack, oben CFK-Karosse – lässt den 450 Kilo leichten Wagen besser auf der Straße liegen, als das im Stand aussieht. Und dank umklappbarem Rücksitz lässt sich auch der Wochenend-Einkauf verstauen. 

Den Ausklappmechanismus hat sich Asaf Formoza patentieren lassen.

CT-1 passt in die kleinste Lücke

Der 14-kWh-Akku unterm Boden und zwei 7,5-kW- Elektromotoren liefern antriebstypisch spontan ihre ausreichende Leistung ab. So kann der heckgetriebene Schmalhans locker im Verkehr mitschwimmen. Richtig punkten kann der Kleinstwagen aber kommt beim Parken in den chronisch verstopften Innenstädten: Mit eingefahrenem Fahrwerk passt er auch in die kleinste Lücke. Und damit beim Aussteigen der nicht beschädigt wird, schwingen die Türen nach vorn oben auf. Ingenieur Formoza rechnet vor, dass auf einen Normparkplatz gleich vier seiner Klapp-Künstler Platz finden. „Das ist hochinteressant für Carsharing-Anbieter, Sanitäter oder Lieferdienste.“ Mit ihnen hat Formoza bereits erste Kaufverträge verhandelt.

Kein Preisbrecher

15.000 Fahrzeuge sind zum Start als Jahresproduktion geplant – und ein Preis von rund 16.000 Euro. Für 12.500 Euro können aber erste Enthusiasten auch jetzt schon via Website das Auto vorbestellen. Umweltprämie gibt es aber für die Autos dieser Klasse keine. Formoza will aber ohnehin nicht als Preisbrecher seine Nische im Markt finden. Der Entwickler setzt beispielsweise darauf, dass Besitzer:innen des CT-1 von Stadtverwaltungen Sonderrechte bekommen. Aus zwei Gründen: Erstens sei sein Leicht-Kfz besonders umweltfreundlich. Durch die geringe Größe und auch deswegen, weil er nur aus 1.500 Einzelteilen besteht und in der Herstellung besonders ressourcenschonend ist. Ein herkömmliches Auto besteht aus bis zu 10.000 Teilen. Dazu kommt der geringe Platzbedarf des Schmal-Stromers.

Das könnte klappen

In Tel Aviv etwa sei in Aussicht, spezielle Motorradspuren befahren zu dürfen, so Formoza. Und auch mit Metropolen in Italien, Frankreich oder Deutschland stehe er in Kontakt, um Straßen oder Parkraum zu erschließen, die Autos mit Normalmaß verwehrt bleiben. Bleibt abzuwarten, ob es mit dem Klappauto in den Innenstädten klappt.

Alle Bilder: City Transformer
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