Autoglas – Ach du Scheibe

Wir sehen täglich durch sie hindurch: Eine Autoscheibe ist ein sicherheitsrelevantes und heute hochtechnisches Produkt. In ihr steckt mehr, als man auf den ersten Blick erkennt.

Autoglas besteht aus Quarzsand, Natriumkarbonat, Magnesia, Kalk, Glasbruch und Farbstoffen. Bei der Produktion werden Scheibenzuschnitte auf 600 Grad erhitzt und dann – je nach Art der Scheibe – in einem bestimmten Verfahren in Form gebracht. Das kann beispielsweise ein Pressbiegeverfahren sein oder ein Schwerkraftbiegeverfahren, bei dem der Scheibenzuschnitt aus knapp 30 Zentimetern Höhe punktgenau auf eine Wölbung fällt. Es gibt zig unterschiedliche Formen von Autoscheiben an Front, Heck oder den Seiten von Fahrzeugen. Sie variieren je nach Automodell und -marke. Einer der großen Hersteller von Autoglas ist Saint-Gobain Securit. Nach eigenen Angaben fährt jedes zweite Auto in Europa mit Scheiben von Saint-Gobain vom Band.

Scheiben bringen Glück

In den ersten Autos waren die Scheiben noch gerade geformt und einteilig. Wenn etwa ein Stein in die Scheibe flog, sind sie meist in große, scharfe Stücke zerbrochen – eine Gefahr für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Inzwischen bestehen alle Scheiben neuer Fahrzeuge aus gewölbtem Einscheibensicherheitsglas – meist für Seiten- und Heckscheiben – oder Verbundsicherheitsglas, das überwiegend für Windschutzscheiben verwendet wird. Für beide Scheibenarten wird das Glas nach der Produktion gehärtet. Beim Formen entsteht eine Spannung, die für Sicherheit sorgt, indem sie das Berstverhalten der Scheibe verändert: Zerbricht das Glas bei hoher Belastung, zerfällt es in kleinste Krümel ohne scharfe Kanten.

Das typische Spinnweben-Muster (Quelle: Getty Images/Jose A. Bernat Bacete)

Evolution der Autoscheibe

Das erste Automobil mit gewölbter Glasscheibe war der Rumpler-Tropfenwagen aus den 20er Jahren, den man heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin bestaunen kann. Seitdem hat sich nicht nur bei der Herstellung von Autoglas viel getan, vor allem die Funktionen entwickelt sich stetig weiter. Heute sind Autoscheiben nicht nur ein im wahrsten Sinne tragendes Element der Fahrzeugkarosserie, sondern leisten auch ihren Beitrag zum Komfort der Insassen. Dafür sorgt Scheiben-Zubehör, das mittlerweile zum Standard gehört: Tönungsfolie auf der Scheibe verringert die UV- und Wärmeeinstrahlung und schont die Augen. Eine anständige Beheizung sorgt bei Schnee und Eis im Winter für klare Sicht. In älteren Autos sieht man dafür häufig auf der Heckscheibe aufgedruckte silberne Schmelzstreifen, eine neuere Methode ist das Einarbeiten einer unsichtbaren Metallbeschichtung. Je neuer das Auto, desto mehr ist die Scheibe an die Fahrzeugelektronik angebunden und bietet Platz für Sensorik und Kameras. Die Sensoren nehmen beispielsweise Regen, Licht oder Luftfeuchtigkeit wahr. Die Kameras unterstützen wichtige Fahrerassistenzsysteme, wie Abstandsregeltempomat oder Fahrspurhalteassistent und erkennen sogar Verkehrszeichen.

Scheibe der Zukunft

Eine Anbindung an die Fahrzeugelektronik ist Voraussetzung für die Scheibenideen der Zukunft, die mit der Digitalisierung und dem Connected Car einhergehen: Die Autoscheibe der Zukunft wird zum Display und damit zum zentralen Info- und Steuerungselement. Den Grundstein für diese Scheibenvision hat wohl das Head-up-Display (HUD) gelegt, das beispielsweise die Geschwindigkeitsanzeige oder Navigationshinweise an die Frontscheibe projiziert. In den ersten Serienmodellen werden schon jetzt HUD verbaut. Hersteller wie Saint-Gobain entwickeln bereits 3D-HUD, die noch einen Schritt weiter gehen: Mithilfe von Augmented-Reality-Technologie (AR) werden Informationen so an die Scheibe geworfen, dass sich die Anzeige unmittelbar der Umgebung anpasst, die der Fahrer durch die Scheibe sieht. Beispielsweise sind Geschwindigkeitsbegrenzungen im Sichtfeld direkt auf die Fahrbahn platziert. Außerdem können die Elemente, wie Navigation oder Entertainment-System, per Handbewegung gesteuert werden. Mit seinem YouTube-Video gibt Saint-Gobain Securit einen Ausblick, wie unsere Mobilität in einigen Jahren aussehen kann und welche Rolle die Autoscheiben dabei spielen werden:


Scherben: Fall für die Versicherung

Autofahrer werden also wohl bald nicht mehr nur durch die Autoscheiben hindurchsehen, sondern sie betrachten, um wichtige Informationen zu erhalten – zumindest bei der Frontscheibe. Je sensibler die Technik, desto wichtiger ist es deshalb, schon bei vermeintlich kleineren Steinschlägen eine Werkstatt aufzusuchen. Gleiches gilt für Parkplatzrempler, denn es könnte Schäden an der Sensorik geben oder sie könnte verstellt sein, ohne, dass der Fahrzeughalter es direkt bemerkt. Je weiter entwickelt die Technik, desto komplizierter ist übrigens auch die Reparatur. Zum Glück sind Scheibenschäden meist ein Fall für die Versicherung, weil sie eine Gefahr für die Sicherheit darstellen. Die Versicherung steht häufig bereits in Kontakt zu Werkstätten mit geeigneter Kompetenz und dem richtigen Spezialwerkzeug. Die Werkstatt sollte außerdem bei der Wahl der Ersatzteile auf Markenprodukte setzen, die für Erfahrung und Qualität stehen. Die Autoscheiben von Saint-Gobain Securit erkennt man auf Scheiben-Aufdruck „Saint-Gobain“.

Titelbild: Saint-Gobain Securit/Aniche Conveyor

Kommentieren

Vielen Dank für Ihren Kommentar! Dieser wird sichtbar, sobald wir ihn freigegeben haben.

Es ist ein Fehler aufgetretten! Eventuell ist dieser Kommentar bereits in der Form verfasst worden.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.