Der TÜV-Report 2026: Fast jedes fünfte Auto fällt bei der Hauptuntersuchung durch. Zum ersten Mal sind auch E-Autos in die Bewertung eingeflossen – mit gemischten Ergebnissen.
Der Negativtrend setzt sich fort: Seit 2022 steigt die Mängelquote bei der TÜV-Hauptuntersuchung von Pkw. Für den Report 2026 hat der TÜV rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen ausgewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Nur etwa jeder dritte Wagen ist komplett mängelfrei.
Problemkind Tesla
Die größte Neuerung im Vergleich zum Vorjahr: Mit 18 Modellen ist die Anzahl der untersuchten E-Autos stark angestiegen. Grund hierfür, so der Geschäftsführer des TÜV-Verbands Joachim Bühler, ist die wachsende Modellvielfalt und das steigende Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Bei den E-Modellen ist der Mini Cooper SE das Vorzeigefahrzeug der zwei- bis dreijährigen Autos, gefolgt vom Audi Q4 e-tron und dem Fiat 500e. In derselben Alterskategorie wurde auch der Mazda 2 untersucht: Mit nur 2,9 Prozent erheblicher Mängel erreicht er die niedrigste Quote im TÜV-Report – und krönt sich zum diesjährigen Gesamtsieger.
Weniger rühmlich schneidet das Tesla Model Y mit einem Negativrekord von 17,4 Prozent ab. Damit löst das E-Auto den Vorjahresverlierer Tesla Model 3 ab, das sich dieses Jahr „nur“ als Vorletzter platziert.
Altersschwäche? Muss nicht sein!
Mit dem zunehmenden Fahrzeugalter steigt die Wahrscheinlichkeit für erhebliche Mängel. In Zahlen: Bei der zweiten Hauptuntersuchung nach fünf Jahren fällt ungefähr jedes zehnte Auto durch, nach 15 Jahren sogar jedes dritte. Dabei sind Fahrzeuge dieser Altersklasse alles andere als selten: Laut Kraftfahrt-Bundesamt sind rund 13,5 Millionen Fahrzeuge auf deutschen Straßen mehr als 15 Jahre alt.
Ein Novum im diesjährigen Report: Der TÜV kürt erstmals drei Automarken im Alter zwischen zehn und elf Jahren mit der niedrigsten Mängelquote für sicherheitsrelevante Defekte. Den ersten Platz in der Kategorie „Sieger Langzeitqualität“ belegt Mercedes (18,5 %), gefolgt von Audi (19,2 %) und Toyota (22 %).
Von Bauteilen, Bremsen und Beleuchtung
Die Problemzonen sind bei Elektroautos und Verbrennern nahezu identisch: Fahrwerk, Achsaufhängung, Bremsen und Beleuchtung. Bei E-Autos treten Defekte am Fahrwerk besonders häufig auf. Grund hierfür ist das hohe Gewicht, das die Bauteile stark beansprucht. Auch die Bremsen sorgen oft für Probleme: Aufgrund der Energierückgewinnung werden sie seltener genutzt, wodurch sie schneller rosten. Bei Verbrennern hingegen entstehen die Mängel meist durch Verschleiß.


