Eine Studie der ADAC-Stiftung verdeutlicht: Keine Altersklasse ist so unzufrieden mit den Mobilitätsangeboten wie die 16- bis 27-Jährigen in Deutschland. Dabei geht für die Generation Z praktische Nutzbarkeit vor Nachhaltigkeit.
Beim Mobilitätsverhalten der Generation Z spielt der Nachhaltigkeitsaspekt eine untergeordnete Rolle. Das zeigt eine Umfrage aus dem November 2025: In Zusammenarbeit mit dem SINUS-Institut und der Universität Duisburg-Essen hat die ADAC-Stiftung genau erforscht, wie Menschen zwischen 16 und 27 Jahren über Mobilität denken – und ob Deutschland auf deren Bedürfnisse vorbereitet ist.
Schnell, verlässlich und erschwinglich
Um mehr über das Mobilitätsverhalten der Generation Z herauszufinden, wurden rund 2.000 Umfrageteilnehmer nach ihren Prioritäten bei der Verkehrsmittelwahl befragt. Das Ergebnis: Schnelligkeit steht bei 52 Prozent an der Spitze, gefolgt von Verlässlichkeit (48 Prozent), Erschwinglichkeit (44 Prozent) und Flexibilität (43 Prozent). Bei der Gesamtbevölkerung verhält es sich ähnlich, wobei jedoch die Verlässlichkeit an erster Stelle steht.
Nachhaltigkeit zwischen Theorie und Praxis
Eine überraschende Erkenntnis: Umweltfreundlichkeit ist nur für 12 Prozent wichtig – und wird von der Gen Z somit niedriger eingestuft als von der Gesamtbevölkerung. Was in der Theorie befürwortet wird, erscheint in der Praxis äußerst mühselig – auch deshalb, weil die Verkehrswende vielen Befragten zufolge mit einem Mehraufwand oder Verzicht des Einzelnen einhergeht. Diese Tendenz macht sich auch bei Urlaubsreisen bemerkbar: Hier steht das Flugzeug an erster, der Zug nur an dritter Stelle.
E-Scooter beliebt bei Gen Z
Bei der Alltagsmobilität steht der klassische Fußweg – ebenso wie in der Gesamtbevölkerung – für die Vertreter der Gen Z auf dem ersten Platz. Anders verhält sich die Gewichtung beim ÖPNV: Diesen nutzen knapp 60 Prozent der befragten Zielgruppe, aber nur 35 Prozent der Gesamtbevölkerung. Als beliebtester Newcomer unter den Verkehrsmitteln der Gen Z erweist sich der E-Scooter. Und das aus gutem Grund: So dient er vielerorts als schnelle Alternative, wenn sich Bus und Bahn verspäten.
Wenig erwartet, trotzdem enttäuscht
Auffallend ist: Die Gen Z hat nur sehr niedrige Erwartungen an die Verkehrspolitik. Viele junge Menschen wünschen sich in erster Linie zuverlässige und pünktliche Verkehrsmittel – anderweitige Verbesserungen oder neue Angebote erwarten sie kaum. Deren Zweifel an der Umsetzung von Mobilitätslösungen spiegeln sich auch in der Haltung zu möglichen Innovationen wider: Zukunftskonzepte wie Flugtaxis werden zwar begrüßt, gelten unter der Zielgruppe allerdings als kaum realisierbar.
Je nach Lust und Laune
Ein Konzept, das die Gen Z hingegen verstärkt aufgreift, nennt sich Multimodalität – sprich die bedarfsgerechte Kombination verschiedener Verkehrsmittel. Entscheidend für die Zielgruppe ist also nicht das Verkehrsmittel selbst, sondern die bestmögliche Lösung in der jeweiligen Situation. Für eine kostengünstige Verbindung ist beispielsweise jeder Zweite bereit, mehrmals umzusteigen.



