Man kennt es vom Einzelhandel: Die Großen werden immer größer, die Kleinen werden aus dem Markt gedrängt.
Vielfalt ist schön, doch im Handel herrscht ein knallharter Verdrängungswettbewerb. Ob Supermärkte oder Tankstellenmarken – die größten Konzerne weben sich die dichtesten Filialnetze. Diese Tendenz zeigt sich zunehmend auch bei Stromtankstellen für die E-Mobilität: Mehr als die Hälfte der Schnellladesäulen in Deutschland sind in Händen von drei großen Anbietern:
- EnBW 31,8 %*
- Aral Pulse 11,7 %
- Ionity 10,2 %
Interessant sind die ganz unterschiedlichen Branchen, aus denen die großen Drei hervorgegangen sind: EnBW ist ein Energieversorgungsunternehmen aus Baden-Württemberg, groß geworden als Stromproduzent. Aral Pulse ist der E-Ableger eines Mineralölkonzerns. Ionity wurde ursprünglich von großen Automobilherstellern (u.a. BMW, Mercedes, VW) gegründet, um die E-Modelle ihrer Kunden an Autobahnen flächendeckend mit Schnellladesäulen zu versorgen. Mittlerweile hält auch die US-Investmentgesellschaft Blackrock bedeutende Anteile an Ionity.
EnBW betreibt aktuell 7.000 Schnellladepunkte in Deutschland und bietet über eine App Zugang zu 700.000 Ladepunkten in Europa. Das Unternehmen will seine führende Stellung ausbauen und investiert dafür jährlich etwa 200 Millionen Euro. Ziel: 2030 sollen in Deutschland 30.000 schnelle EnBW-Ladesäulen installiert sein. Die weiteren Wettbewerber hinter den großen Drei haben aktuell Marktanteile im niedrigen einstelligen Bereich.
*Quelle: elvah GmbH



