Datenklau Karte Auto

Vorsicht
Falle

Digitalkriminelle graben immer neue Kanäle für ihre Betrugsversuche. Auch Autofahrer werden mittlerweile mit miesen Cyber-Tricks übers Ohr gehauen.

Falle 1: Bußgeld-Phishing

Ja, wir alle wünschen uns eine Verwaltung, die kein Papier produziert, das uns Monate nach einer Anfrage oder einem Antrag erreicht. Digitalisierung ist das Zauberwort der schnellen Interaktion. Doch Achtung: Immer öfter bekommen Autofahrer Nachrichten von Absendern, die sich als Mitarbeiter von Behörden oder Zahlungsdienstleistern ausgeben. Per E-Mail, SMS, aber auch mit professionell gefälschten Briefen wird behauptet, es gäbe Forderungen wegen unbezahlter Mautgebühren, Temposünden oder wegen Verstößen gegen die Umweltplakettenpflicht – inklusive Drohung mit Bußgeldern, Inkasso-Aufschlägen, Flensburg-Punkten oder gar Fahrverboten. Selbst Parkverstöße im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich werden angemahnt – Kleinvieh macht auch Mist. Ein Link in vielen SMS oder E-Mails leitet angeblich zu einem PDF mit detaillierten Informationen zum Vorgang – keinesfalls anklicken, höchste Virengefahr!

Autobahnmaut Betrug
Eine von vielen Betrugsmaschen ist, Autofahrern weiszumachen, sie seien im Ausland Autobahnmaut schuldig geblieben. Bild: AdobeStock/Heiko Köhrer-Wagner

Angebliche Auslandsknöllchen

Mit dieser Masche werden angebliche Bußgelder aus dem Ausland eingefordert, meistens aus Italien oder Frankreich. Die Betrüger wissen, dass zur Urlaubszeit viele deutsche Autofahrer dort unterwegs sind und dass das EU-Recht ermöglicht, Strafen auch in Deutschland einzutreiben. In der Hektik des Alltags überweisen viele Betrugsopfer den genannten Betrag vorschnell, wenn das Schreiben – Mail oder Brief – amtlich aussieht und die Frist knapp gesetzt ist. Bis man sich darauf besinnt, dass ein solches Schreiben rechtlich korrekt nur von der Ordnungsbehörde am eigenen Wohnort kommen kann, ist das Geld längst futsch. Beim E-Mail-Pishing genügt oft ein Mouseover auf die Absenderadresse – viele Betrüger machen sich nicht einmal die Mühe, eine halbwegs seriöse Mailadresse anzulegen.

Falle 2: Datenklau aus der OBD-Schnittstelle

Immer häufiger werben angebliche „Softwaredienstleister“ oder „Diagnose-Spezialisten“ mit dem Versprechen, Autos per Fernwartung zu optimieren, versteckte Funktionen freizuschalten oder Fehler zu beheben. Die Masche zielt vor allem auf technisch wenig versierte Menschen und ködert sie auf Social Media oder in Online-Foren. Behauptet wird beispielsweise, dass Autohersteller die Leistung von Motor oder Software absichtlich verringern, um Updates teuer in den Werkstätten verkaufen zu können. Helfen soll dann ein Dongle, der in die OBD-Schnittstelle (Onboard-Diagnose) eingesteckt wird – oft verbunden mit einem Abo-Modell.

Leeres Versprechen Digital-Tuning

Viele dieser Dongles sind aber nichts anderes als digitale Spione, die Fahrzeugdaten abgreifen oder sich Zugriff auf Steuergeräte verschaffen können. Im günstigsten Fall eines solchen Betrugs läuft das Auto mit Digital-Tuning kein bisschen besser als ohne. Im schlimmsten Fall wird es Teil eines Botnetzes oder könnte von den Datendieben manipuliert werden. Auch hier gilt: Einfach mal kritisch sein und sich bei scheinbar sensationellen Angeboten fragen, ob die Versprechungen plausibel sind und ob der Anbieter seriös erscheint.

Titelbild: AdobeStock/Katarina
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